Leseempfehlung: J. M. Barrie – Peter Pan

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Ahoi Piraten ^^

Peter Pan ist nun auch ganz gewiss kein Geheimtipp… Und dennoch ein so wundervolls, wenn auch trauriges, Beispiel dafür, wie ein Werk hinter all der Pop-Kultur und seinen Adaptionen verschwinden kann.

Ich muss gestehen, meine Kindheit wurde unter Anderem auch von Disney-Filmen und ihrem Kitsch geprägt und zu meiner Schande sehe ich bis heute noch gerne König der Löwen und – ja verdammt!- es fließen Tränen wenn Mufasa stirbt… Doch wenn es um solche Perlen wie Peter Pan geht tut es mir leid, dass Disney sich diese Geschichte derart einverleibt hat, denn es geht viel verloren.

Zu meinem Glück konnte ich mich kaum noch an den Disney-Film und andere Adaptionen erinnern, bis auf den Film „Wenn Träume fliegen lernen“ von Marc Forster und Jonny Depp sowie dem wundervollen kleinen Freddie Highmore in den Hauptrollen. Nebenbei bemerkt ein wundervoll romantischer, kitschiger, verträumter und zauberhafter Film über die Entstehung der Geschichte Peter Pans… und natürlich auch eine Liebesgeschichte… Und vor allem auch eigentlich kaum wahrheitsgetreu, doch daran darf man einfach nicht denken, wenn man den Film sieht 😉
Wie dem auch sei… Ich hatte also den Vorteil ohne wirkliche Vorkenntnisse oder Erwartungen an die Geschichte heran zu gehen!
(Wobei ich zugeben muss, dass es mir schwer fiel, mir Peter Pan und Wendy nicht so wie in Disney dargestellt vor meinem inneren Auge zu sehen)

Doch was rede ich hier eigentlich die ganze Zeit? Das hat doch wohl gar nichts mit dem Buch zu tun!
Ich mal wieder…

Also ich möchte jedem, der sich dem Buch Peter Pan nähern möchte, nur empfehlen sich von allem Anderen zu befreien. Peter Pan, ursprünglich einer Nebenhandlung anderer Werke Barries entsprungen, schließlich zum Theatererfolg aufgestiegen und von ihm eigens als Roman adaptiert, ist mit Sicherheit nicht das Unschuldige, was sein Name und dessen Ruf gerne vorgibt zu sein.
Ich muss auch gestehen, dass ich dieses Buch nur kaum als Kinderbuch identifizieren kann. Und wenn doch, so hat gewiss das Elternteil, welches vorliest, mehr Freude daran.
Es ist meiner Meinung nach erstaunlich brutal. Nicht dass es ausführlich beschriebene Gewaltszenen geben würde… Doch The lost boys sind nunmal eine Bande kleiner Jungs, die durch den Wald ziehen und Rothäute und Piraten töten. Es wird vollkommen selbstverständlich erzählt, was mir doch etwas fremdelte. Allerdings ist es nach einiger Zeit der Gewöhnung auch durchaus plausibel… es ist eben Neverland. Der Traumspielplatz der Kinder. Und ein Kind, welches nicht den Tod begreift, kann auch spielend leicht töten.
Darüber hinaus ist die gesamte Geschichte um einiges düsterer und vielschichtiger als ich gedacht hätte.
Ihr lest da nicht nur einfach etwas über das Leben eines Jungen, der niemals erwachsen wurde, der ein aufgeweckter Geist und abenteuerlustig ist und nur macht, was ihm gefällt. Das ist kein blanker Abenteuerroman. Wer will, kann darin wundervolle Charaktere mit tiefgreifenden Sehnsüchten finden. In einer fantastischen Umgebung, in einem Traumland gebettet in eine humorvolle Sprache und Dialogen mit absurden Witz entdeckt man die tragische Gestalt von Peter… der kleinen Wendy… und den grandiosen Captain Hook, der doch wirklich eine brilliante Figur, der beste Gegenspieler ist, den man sich erdenken kann!
Es ist eine traumhafte Erzählung über die Qualen, erwachsen sein zu müssen, zu erwachsen… aber auch den bitteren Beigeschmack, immer Kind zu bleiben… Letztlich ist alles tragisch, doch auf eine gewisse Weise auch schon wieder nicht.

Um euch nur kurz auf etwas vorzubereiten, was mich etwas abgeschreckt hatte an einigen Stellen…:
Man muss das Buch doch teilweise sehr stark im Kontext seiner Zeit lesen. Ich bin bestimmt nicht überempfindlich was Sexismus angeht… Doch an einigen Stellen stoß mir doch das Rollenbild der damaligen Zeit unangenehm auf. Aber man kann dafür Barrie heute kaum einen Vorwurf machen… Ich kann mir das Werk nun auch kaum anders vorstellen und ehrlich gesagt würde es dann so auch kaum funktionieren, baut es doch sehr stark auf dem Rollenideal der Mutter auf. Das ist zwar irgendwie schade, doch möchte ich mir davon keine große Literatur vermiesen lassen ^^

Nun denn… also…

Euch erwarten wundervolle Metaphern und ich für meinen Teil kann nur sagen, dass dieses Buch definitiv noch lange in meinem Kopf und Herzen bleiben wird… Mit Sicherheit werde ich des öfteren bei einer gemütlichen Tasse Tee oder in der warmen Sonne sitzend an dieses Buch denken müssen und wie schön es doch erdacht wurde.
Aus diesem Grund wird der Buchempfehlung auch noch eine ausführliche Rezension folgen 😉
Ich kann euch dieses Buch wirklich empfehlen, wenn ihr gerne zwischen den Zeilen lest, und nicht davor zurück schreckt, wenn es auch mal absurd oder albern wird, denn eines braucht man auf jeden Fall wenn man diesen Roman liest… Irgendwo in sich das Herz und das Denken eines Kindes!

Also ihr lieben…
Genug für heute.
Zieht euch warm an, denn es ist kalt draußen 😉

Bis demnächst!
Die Luna

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