Kino im Kopf, oder: Wie ich mich fühle, wenn ich Horror lese

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Hallo liebe Liebenden…. 😉

Ich weiß nicht, wie es um euch steht, doch ich bin nicht wirklich ein Genre – Leser. Mit zehn bis vielleicht 15 bewegte ich mich viel in der Jugendfantasie – Welt, doch das ließ dann sehr nach.
Aber versteht mich nicht falsch, es ist nicht so, als würde ich Genres wie Fantasy, Historie, Thriller und Horror kategorisch ablehnen und naserümpfend in die Schublade der Trivialliteratur packen. Nicht die Wahl des Settings ist es, welches ein Buch „trivial“ macht, sondern der Inhalt, der transportiert werden soll… bzw welcher eben versäumt wird…
Und wie ihr es auf dem Blog auch schon selbst sehen könnt, lese ich auch gerne Bücher, die thematisch Genres entsprechen können (Tyll als Historienstük; Peter Pan, The Ocean at the end of the lane, Alice in wonderland… als Fantasy; Stücke Dürrenmatts aus der Gattung Kriminalroman und The book of strange new things, welches Aliens beinhaltet….) dennoch habe ich nie eines dieser Bücher aus der Genreabteilung fischen müssen.

Nichtsdestotrotz möchte ich eigentlich ziemlich  ziemlich gerne in Genres, vor allem Fantasy und Science Fiction, einsteigen… Doch hält mich zurück, dass ich eben noch keine wirkliche Erfahrung darin habe und man sich gewissermaßen erst einige Zeit rein lesen muss, um Gutes vom Schlechten zu unterscheiden…
Falls ihr diesbezüglich Vorschläge und Tipps für mich hättet… Immer her damit!!! 😉

Doch ich bin wieder mal von meinem eigentlichen Thema abgekommen… Ich wollte euch von meiner ersten bewussten Genre-Erfahrung berichten!

Zu Weihnachten wurde mir der Roman „Evil“ von Jack Ketchum geschenkt, der sich in Thriller und Horror einordnen lässt. Es ist selbst unter Horror – Fans als harter Tobak bekannt und gilt gewissermaßen als Klassiker und Geheimtipp zugleich.
Rezensionen sind durchgehend positiv, bis auf das alle anmerken, dass es mehr als schockierend sei und grenzüberschreitend wäre.
Worum es geht?
Folter.
Alles trägt sich in den 50er Jahren in einer amerikanischen Vorstadt zu. David wächst hier mit den Nachbarskindern ziemlich normal auf. Es wird sich immer draußen getroffen, man spielt zusammen, wird älter…
Schließlich zieht die 16-Jährige Meg mit ihrer Schwester nach dem tragischen Tod ihrer Eltern ins Nachbarhaus zu ihrer Tante Ruth, die dort mit den drei Söhnen in den nicht besten Verhältnissen lebt.
Was sich dann entwickelt führt einen hinab in die Abgründe menschlicher Psyche, verdeutlicht, zu welchen Grausamkeiten sich Menschen verleiten lassen, sobald sie etwas Macht über einen anderen Menschen bekommen… und zeigt vorallem wie weit Kinder gehen…
Zu allem Überfluss beruht die Geschichte auf einer wahren Begebenheit und nach Recherchen muss man leider feststellen, dass Ketchum nichts dazugedichtet hat, sondern sich alles mehr oder weniger so zugetragen hat, mit kleinen Abweichungen was die Umstände anbelangt.

Doch ich möchte nun auch gar nicht diesen Roman hier großartig besprechen (wer ein Fan von solchen Büchern ist, wird es sicherlich lieben)… vielleicht wird noch eine Rezension dazu folgen… doch bisher bin ich immernoch überfordert mit dem, was es in mir ausgelöst hat und ich kann nicht einschätzen, ob es mir gefallen hat, oder nicht.

Denn ich kann mir nicht weiter helfen, doch ich finde es wirklich FÜRCHTERLICH gewaltvolle ausgedehnte Beschreibungen zu lesen. Es ist nicht so, dass ich gewaltvolle Thematiken in der Kunst allgemein unmoralisch empfinde und ich verurteile niemanden, der so etwas ließt… Wenngleich ich mich ernsthaft Frage, wie man das freiwillig und gerne lesen kann.
Ich kann einen Film sehen, in welchem Folter statt findet. Aber kein Buch. Das ist etwas grundlegend anderes und vor allem ist dies das, worauf ich hinaus will!

Was ist also der Unterschied, weswegen ich sage, ich könnte es in einem Film sehen, nicht aber lesen?
Ganz einfach.
Beim Film kann ich zum Einen wegsehen. Ich kann mir die Ohren zuhalten, kann „lalala“ singen (und jep…. ich mach das oft^^) und werde trotzdem merken, ob ich etwas relevantes von der Story verpasse.
Bei einem Buch ist das nicht so einfach. Klar, ich kann diese schlimmmen Stellen überfliegen, dennoch muss ich sie aufmerksam genug lesen, um nichts eventuell zu verpassen.
Doch es gibt einen weiteren und gewichtigeren Punkt: Die Bilder des Filmes sind nicht die meinen. Alles, was ich sehe, hat sich jemand anderes ausgedacht. Er hat sich dafür entschieden, wie viel Blut fließt, wie schmerzverzerrt das Gesicht ist, wie das Opfer winselt, wie die anderen lachen. Lese ich das Buch, so entscheide ich. Natürlich, für das, was getan wird, ist immernoch der Autor zuständig. WIE es getan wird ist aber mein Werk, und das ist das perfide daran. Ich habe mich so schlecht beim Lesen gefühlt, so schuldig, als wäre ich es gewesen, die Zigaretten auf einem fremden Körper ausdrückt und dabei ein erhabenes Gefühl verspürt.
Ich habe das Buch in einem Zug gelesen, einfach, weil ich wollte, dass es endlich vorbei ist. Ich hätte diese Last nicht noch weiter mit mir herum tragen können.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es genau dieser Effekt ist, der das Leseerlebnis für viele Leser dieses Genres so einmalig und besonder macht und ich verurteile wirklich niemanden dafür… Aber ich habe mich gefühlt, als wäre ich ein schlechter Mensch, wenn ich ein solches Buch lese.
Ich weiß nicht, ob ihr solche Momente schon ähnlich erlebt habt… Schreibt gern was dazu in den Kommentaren, würde mich sehr interessieren!

Mit Sicherheit war es auch ein harter Einstieg in dieses Genre. Und ich möchte es definitiv noch ein paar weitere Male versuchen.
Doch zunächst muss ich was das angeht auf jeden Fall eine Pause einlegen.
Und nun entschuldigt meine Weitschweifigkeit!

Ich wünsche euch noch einen wundervollen Tag unddass euch das lesen und schreiben glücklich macht!

Auf bald meine Lieben
sagt die Luna 🙂

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