Graus der Personenbeschreibungen…

Hey ho Freunde des Lichts!

Ich bin doch gerade auf einen sehr unterhaltsamen Blogbeitrag (hier übrigens^^) von Marcel Michaelsen gestoßen, in welchem er zwei Dinge beschreibt, die ihn dazu bringen, Bücher weg zu legen: Unnötige Details und rettende Zufälle.
Mir geht es nun eigentlich nur um die Details.
Er meinte, ihn würden langatmige Beschreibungen blumiger Wiesen und unnötige Informationen über das Aussehen eines Charakters absolut stören.
Als ich nun darüber nachdachte, viel mir auf, was für ein schwieriges Thema das doch ist…

Naturbeschreibungen sind tatsächlich nicht jedermanns Sache. Die meisten ödet es wohl einfach an. Doch ich kann mir nicht helfen, mir gefällt sowas wirklich total. Gut, ich gebe zu, wenn es nicht gerade Handlungstreibend ist, muss die Beschreibung auch nicht über eine halbe Seite gehen… Irgendwann wird es dann doch eintönig… Aber an und für sich ist es finde ich ein wundervolles Mittel. Es muss dafür eben nur wirklich gut geschrieben sein. Wenn es ein Autor schafft, mir eine Blumenwiese oder Sonnenstrahlen, die schräg durch Blätter fallen, zu beschreiben, als würde es zum ersten Mal beschrieben, dann ist dieser Autor für mich ein wahres Genie! Zudem können Beschreibungen der Umbegung ein intelligentes Mittel sein, um indirekt die Figur, die sich in dieser Umgebung befindet, zu charakterisieren.
Und da wären wir auch schon beim nächsten Punkt und eigentlichem Thema: Informationen über den Charakter.
Marcel will nur die Informationen, die man wirklich wirklich für den Fortgang der Geschichte braucht. Alles andere stört sein Bild im Kopf.
Und ich kann das wirklich gut nachempfinden! Bei mir war es schon immer so, dass ich mich unglaublich schwer tue, wenn plötzlich eine Person beschrieben wird, obwohl ich sie mir ganz anders vorgestellt habe. Gut, deswegen packt man die Beschreibung der Person so gut es geht direkt an den Anfang bzw eben an den ersten Auftritt. Aber selbst das stört mich. Mir ist doch egal, wie derdiedas aussieht! Klar, es gibt Fälle, da ist es wirklich beschreibenswert, doch in der Regel ist es mir egal – ich will mir selbst ein Bild im Kopf erstellen. Das führt dazu, dass ich größtenteils die Personenbeschreibungen wirklich überspringe oder mir denke „Ok, sie soll blondes gelocktes Haar haben? Ist mir egal, sie hat weiterhin kurze braune.“
Oder gar keine. Ich erwische mich wirklich oft dabei, dass ich mir das Aussehen der Person überhaupt gar nicht vorstelle. Dann habe ich vor meinem geistigen Auge eine Menschliche Gestalt, doch ihre Konturen sind verwischt. Dafür sehe ich ihr Inneres gestochen scharf. Die Orte, an denen sie sich aufhält, wie sie sich einrichtet. Und das ist es doch, was die Personen auch wirklich ausmacht, oder? Man sieht eben aus, wie man aussieht, doch in der Regel unterscheiden wir uns da doch kaum von Anderen. Nase, Augen, Mund, Haare. Irgendwie Sachen, vielleicht ordentlich, vielleicht schlampig. Klar, das ist´ne Info, die kann man haben, das hilft einem bei der Charakterisierung, doch letztlich ist es auch nicht so notwendig, wie es einem auf dem ersten Blick erscheint. Ich ziehe Sachen an, weil ich nicht nackt rum rennen sollte. Kommt nicht gut an und ist in der Regel auch kalt. Und klar trage ich Sachen, die mir gefallen. Und klar kann man dadurch vielleicht auch Rückschlüsse auf mich ziehen. Eigentlich aber eben auch nicht.
Ich will jetzt auch nicht sagen, man sollte Personen gar nicht beschreiben, denn eben sowas wie Haltung und Gangart können ja auch sehr interessant sein… Doch wie gesagt, das Innere einer Person ist doch entscheidend, egal ob im echten Leben, oder im Buch. Und gerade Bücher sind doch wirklich darauf ausgelegt, das Innenleben einer Person offen zu legen… Wozu sich lange an öden Beschreibungen des Äußeren aufhalten?

Doch ich weiß, viele sehen das anders und das ist ja auch voll okay, hat ja jeder andere Vorlieben 😉
Wie sieht das denn bei euch aus? Ich habe schon von vielen gehört, dass sie sich erst dann wirklich in eine Person hineinversetzen können, wenn ihnen auch beschrieben wird, wie diese denn aussieht. Ist das bei euch auch so?

Nun, wenn ich selber meinen Roman schreibe, werde ich auf Beschreibungen wohl nicht verzichten können. Da es viele eben wirklich brauchen, muss man es dann auch einfach anbieten. Denn ich denke, wenn es einen nicht interessiert, so wie mich, dann kann man es auch einfach überlesen.

Will man nun aber eine Person beschreiben, da merkt man erstmal, wie schwer das eigentlich ist. Denn was mir durch den Text von Marcel erstmal bewusst geworden ist: Eigentlich stören mich gar nicht so unbedingt die Beschreibungen der Figuren, vielmehr, wie beschrieben wurde… Oft ist es eben einfach dieses platte „Sophie betritt den Raum. Sie trägt eine enge Jeans und ein weißes Top, das ihre schlanke Figur umschmeichelt. Ein beiges Tuch ist locker um ihren Hals gewickelt und rutscht lose von ihrer linken Schulter“ ….so oder so ähnlich und ich sitze da und denke mir nur WAS HABEN MIR DIESE INFOS BITTE GEBRACHT? Sophie ist null greifbar… Vielleicht fällt ihr auch noch eine Stähne ins Gesicht. Ja super. Interessiert mich aber nicht.
Es tut mir leid, ihr merkt, ich komme etwas in Rage xD
Doch zum Glück gibt es auch Beschreibungen, die klasse sind. Es ist natürlich wichtig, neu auftretende Personen in irgendeinen beschreibenden Kontext zu stellen. Aber man muss das besondere Merkmal an ihnen finden, das wirklich wert wäre, beschrieben zu werden.
Eine Beschreibung des Äußeren ist dann gut und gelungen und auch für mich als Leser wirklich gewinnbringend, wenn sie mir nicht einfach nur Informationen zum Äußeren gibt, sondern mir direkt einen Blick in die Seele gewährt.

Doch das ist eben auch schon wieder eine ziemliche Kunst…
Und wahrscheinlich einen ganz eigenen Beitrag wert…

Bis dahin,
genießt die Sonne ihr Lieben!

Es grüßt,
die Luna

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3 Kommentare zu „Graus der Personenbeschreibungen…

Gib deinen ab

  1. Spannendes Thema, das mit starken Emotionen verbunden ist, wie man merkt. 😀 Ich hab jetzt selber mal überlegt, wie das bei mir ist. ich mag es tatsächlich auch nicht, wenn Charaktere über ihre Klamotten wie bei deinem Beispiel beschrieben sind. Ich mag es aber, wenn man kurz und knackig kurz immer wieder erwähnt, was die Figur ausmacht. Zum Beispiel die Haut- und Augenfarbe oder die Gesichtszüge. Oder vielleicht hat die Figur was markantes wie eine Narbe? Oder Sommersprossen? Ich mag solche Details eigentlich sehr gerne, weil ich brauche immer eine konkrete Vorstellung von dem Charakter, damit der für mich auch emotional greifbarer wird. Vor allem mag ich aber lieber, wenn man so Ticks beschreibt. Wie zum Beispiel auf der Lippe kauen, wenn man nachdenkt oder so.
    Dafür ist mir zum Beispiel total egal, wie der Raum aussieht oder wie viele hübschen Blumen da rumstehen. 😀 Aber wie du schon meintest, jedem das seine. 😉 und jeder hat da andere Vorlieben. 😉 Trotzdem spannend darüber nachzudenken 😀

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    1. Freut mich dass es dich interessiert hat 🙃 ja, eine kurze knackige Beschreibung, was den jenen ausmacht, ist schon echt wichtig… Mir gefällt es aber auch total, den Raum zu beschreiben. Ian Mc Ewan kann das zum Beispiel richtig unglaublich gut. Wenn ich ihn lese habe ich manchmal das Gefühl, einen Film zu sehen. Eig können solche ausführlichen Beschreibungen echt nach hinten los gehen, aber er macht es finde ich so geschickt, dass es einem fast nicht auffällt ^^

      Gefällt 1 Person

      1. Ja, wenn es einem nicht auffällt und man sich gleich wie ein einem Film fühlt, dann hat man das auf jeden Fall richtig gemacht. 😀 vor allem, wenn das dann nicht so „platte“ Beschreibungen sind und es einfach stimmig in die Geschichte passt. 🙂

        Gefällt 1 Person

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