Über peinliche Stille bei neuen Charakteren und eine Blogempfehlung

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Ahoi meine Lieben!

So, ich muss wohl gestehen, so richtig viel läuft bei mir grad nicht. Letzte Woche war ich bei meinen Großeltern zu Besuch und das hatte irgendwie zur Folge, dass ich Null an meinem Manuskript gearbeitet habe. Dass ich nicht schreiben konnte, war klar, deswegen hatte ich mich auf weiteres Plotten gefreut, aber MÖÖÖP – kannste vergessen…
Doch gut, ich bin ehrlich, eigentlich war es auch mal ganz schön, eben nicht darüber nachzudenken und dem Kopf mal eine Pause von dieser Geschichte zu gewähren. Natürlich sprudelten gleich so einige andere Ideen hervor und ich werde wohl doch parallel an einem weiteren kleinen Projekt arbeiten (was so eigentlich nicht geplant war), doch dazu wird es sicher später noch nähere Informationen geben 😉
Zu meiner Schande bin ich nun im Kopf tatsächlich eher bei dem neuen Projekt (was so genauso wenig geplant war) und mein eigentliches Manuskript liegt inmmernoch auf Eis… (Dieser Moment, wenn man das Dokument öffnet, sich alles wieder durchliest und denkt „Oh Gott ich werde niemals das schaffen, was ich will“ und nach 75 hinzugefügten Worten das Dokument wieder schließt, um sich den restlichen Tag schlecht zu fühlen…)
Doch ich habe auch dafür eine Ausrede… Meine Schwester ist mit ihrem Sohn da, natürlich ist dann alles ganz wuselig und für mich fast unmöglich, eine konstante Struktur in die Tage zu bringen… Also werde ich diese Familientage nun erst einmal genießen und DANN aber auch wirklich wieder in meinem gewohnten Rhytmus und mit freiem Kopf weiter schreiben.

So viel dazu^^

Um nun doch noch etwas Inhalt in diesen Beitrag zu bekommen, sollte ich endlich mal mit dem anfangen, worüber ich eigentlich schreiben wollte! (Immer diese ausartenden Vorworte xD )

Die handelnden Personen eines Romans sind ein Dreh- und Angelpunkt.  Das ist denke ich nichts Neues. Wir brauchen gute Charaktere, damit sich der Leser in das Buch wirklich einfühlen kann, die Personen müssen dreidimensional sein und ihre Handlungen und Reaktionen absolut nachvollziehbar.
Und das ist gar nicht so leicht – surprise surpsie! Ich merke das gerade an meinem Manuskript, dass doch schon recht spannungsgeladen anfängt. Ich merke, wie schwierig es ist, tatsächlich eine Reaktion eines Charakters für den Leser stimmig umzusetzen. Was denkt meine Anne, als sie das Grafittie sieht, von dem sie ahnt, dass es etwas schlechtes mit sich bringen wird? Wie wird sie ihr Denken nach außen tragen? Und was sagt sie, wenn sie Thomas zur Rede stellt? Stellt sie ihn überhaupt zur Rede?
Ich denke, das sind Sachen, mit denen man gerade am Anfang zu kämpfen hat. Man hat sich schon lange mit seinen Charakteren beschäftigt, kennt sie sehr gut, aber bisher eben doch nur theoretisch. So wirklich zum Leben erweckt man sie erst, wenn man beginnt, mit ihnen zu schreiben. Plötzlich fange ich an, mich zu genieren. Als würde ich eine Nachbarin ansprechen, die ich davor immer nur von zuhause aus im Fenster beobachtet habe, wie sie sich im Badezimmer umzieht. Plötzlich steht man voreinander umd muss miteinander sprechen. Man muss sich Dinge erzählen, die man eigentlich schon voneinander kennt, von denen man aber nicht weiß, ob der andere weiß, dass man sie weiß…^^ Man weiß nicht genau, was man sagen soll, was der andere sagen soll und – schwupps! – peinliche Stille.
Und noch viel schlimmer, man fragt sich, ob das, was man durch das Fenster im Badezimmer, Wohnzimmer, Schlafzimmer und der Küche beobachtet hat, auch wirklich der Mensch ist, den man nun in die Geschichte einbauen will, oder ob man sich nicht doch vertan hat. Ob man seine Anne überhaupt gut genug kennt.
Gut, das klingt nun vielleicht doch seltsam… Aber versteht ihr trotzdem, was ich meine? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Ich denke, das wird sich alles einspielen und Unstimmigkeiten am Anfang können später mit „Leichtigkeit“ behoben werden. Doch bis dahin bleiben die Zweifel. Denn jedem ist klar, nur, wenn der Autor seine Figuren kennt, hat auch der Leser eine Chance, sie kennen zu lernen. Und da habe ich doch manchmal ein wenig Angst, nicht vertraut genug mit meinen Figuren zu sein.
Mir fehlt auch ein wenig der optische Aspekt. Es fällt mir wirklich schwer, ein Bild zu meinen Charakteren im Kopf zu haben. Ich tu mich generell mit Gesichtern schwer, auch im Reallife vergesse ich sehr schnell, wie eine kürzlich kennengelernte Person aussieht. Irgendwie ist es für mich schwierig, mich darauf zu fokussieren. Ich suche deswegen, wenn ich über die Straßen gehe, nach meinen Charakteren, halte Ausschau ob mir Anne, Thomas oder wer auch immer über den Weg läuft, doch ich habe einfach Probleme, das Optische mit den Dingen in meinem Kopf zu verbinden. Deswegen bleibt da immer der unangenehme Geschmack der Schwammigkeit zurück.
Da wünsche ich mir wirklich, zeichnen zu können!
Ich bin vor einiger Zeit auf einen Blog gestoßen, den ich euch wirklich empfehlen möchte. Er besteht erst seit kurzem, doch ich denke, es wird äußerst spannend, diese Entwicklung mit zu erleben! Julia Valentina führt ihren Blog, um uns an ihrer Reise zum ersten eigenen Roman teilhaben zu lassen. Zu lesen gibt es Rezensionen, Updates zum Schreibprozess und – was mich besonders interessiert – Personenbeschreibungen ihrer Charaktere. Sie zeichnet viel und wie ich finde auch sehr schön und speziell (wie sie auch in einem Beitrag berichtet, der davon handelt, wie sie übers Zeichnen zum Schreiben kam) und hat somit einen perfekten Weg gefunden, ihre Charaktere darzustellen. Schaut da wirklich mal rein, ich finde das absolut klasse. Auch wenn ich selten Fantasy lese, ist es total spannend für mich, wenn man sich Stück für Stück immer mehr die Handlung des Romans durch die veröffentlichten Charakterisierungen erschließen kann! Und es ist und bleibt einfach interessant für einen Schreiberling, andere Schreiberlinge bei ihren Fortschritten zu begleiten ❤

So, das soll es nun auch endlich mal gewesen sein^^
Ich werde weiter schreiben und hoffe, mit Anne endlich auf einen richtig grünen Zweig zu kommen, was bleibt mir anderes Übrig…
Aber noch eine Frage, die mich wirklich brennend interessiert und ich würde mich freuen, wenn ihr mir wieder einen Einblick in eure Arbeitsweise gewährt 😉
Wie schafft ihr es, euch euren Figuren richtig zu nähern? Wie verbildlicht ihr euch ihr Aussehen? Oder kümmert euch das kein bisschen und alles ergibt sich von selbst?

So, das wars nun aber auch wirklich 😉

Genießt den Tag, lasst immer die Sonne in euren Herzen scheinen (kitsch-regenbogen-herzchen-kitsch xD )
und ganz liebe Grüße von
der Luna ❤

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5 Kommentare zu „Über peinliche Stille bei neuen Charakteren und eine Blogempfehlung

Gib deinen ab

  1. Mensch, liebe Luna, erstmal danke für die Blumen! Wenn du mich sehen würdest, würdest du merken, dass ich echt rot geworden bin und mich tierisch gefreut habe, dass du mich hier erwähnst. 🙂

    Und ich finde es übrigens toll, wie ehrlich du bist. Ich kann das nämlich wirklich gut nachvollziehen. Vor allem, wenn man daheim bei der Familie ist und dauernd jemand rumwuselt. ^^‘ Aber da versuche ich mich schon nicht mehr schlecht zu fühlen, wenn ich nicht das schaffe, was ich schaffen will … ich sehe das immer als kreative Auszeit. 😉
    Der Vergleich übrigens, dass man seine Figur erst beobachtet sich dann das erste Mal gegenüber steht und peinliche Stille herrscht, finde ich genial! Also natürlich ist diese Situation nicht genial, aber du hast das so wunderbar und geil beschrieben, dass ich irgendwie lachen musste. 😀 Weil genau so ist das auch manchmal bei mir!

    Wie ich gehe ich da also vor bei den Charakteren?
    Ich erstelle eigentlich immer erst zu jedem einen Steckbrief. Also wirklich so ganz „platt“ mit folgenden Stichpunkten: Namen, Alter, Größe, Sternzeichen (ja, auch das. 😀 ), Haarfarbe, Augenfarbe, Besonderheiten beim Aussehen, Charakter, Schwäche, Stärke, Familie, Inspiration für Charakter (können manchmal andere Charaktere aus Geschichten sein, Schauspieler, berühmte Persönlichkeiten, ..etc).
    Dann schreibe ich in Stichpunkten eine Background Story und überlege mir, was alles in dem Leben meines Charakters passiert ist, wie er so tickt und so weiter.

    Letztens habe ich auch noch einen guten Tipp gelesen, wie man seinen Charakter noch mehr Dimensionen gibt und zwar soll man sich 10 Fakten über ihn/sie ausdenken. 🙂 Und zwar können das ganz unterschiedliche Dinge sein und vielleicht auch Dinge, die der Leser nie erfahren wird, aber die helfen dem Autoren dann für mehr Tiefe. Fand ich irgendwie auch einen ziemlich coolen Tipp. Vielleicht hilft dir das ja auch? 🙂

    Was mir auch noch geholfen hat ist, als ich einer sehr guten Freundin von meinen Figuren erzählt habe und sie durfte Fragen stellen. War ein bisschen wie ein Interview …. 😀 Ich hab dann für die Figur geantwortet und geschaut, ob das alles aufgeht.

    Hoffe dir hilft das und du kriegst dann wieder neue Ideen und Inspiration für Anne. 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Hallöchen Julia😊

      Haha na das freut mich ja, dass ich dir so den Tag versüßen konnte 😅
      Doch ich habe mich auch total über deinen ausführlichen Kommentar ind die lobende Worte gefreut 😉

      Ich finde deine Tipps auch echt klasse! Also ich denke, was Steckbrief und Lebenslauf angeht, auch innerliche Antriebe, da bin ich recht gut aufgestellt und mach das relativ ausführlich. Dennoch habe ich das Gefühl, etwas fehlt, sodass ich dann eben Probleme habe, die Personen aus den theoretischen Gedanken praktisch und aktiv auf dem Papier handeln zu Lassen…
      Und da sind deine zwei Tipps denke ich Gold wert!
      Eben diese 10 Fakten und das Interview, ich werde das direkt in die Wege leiten und bei eins zwei Freunden anfragen 😊

      Echt ganz lieben Dank dir!
      Liebe Grüße 💕

      Gefällt mir

  2. Hi meine Liebe!

    Ich kann dich sowas von verstehen. Manchmal entsteht da eine neue Idee, die so viel aufregender und interessanter scheint als das, was man gerade schreibt. Ich merke dann immer, dass irgendetwas im aktuellen Manuskript nicht stimmt. Dass man an irgendeinem Punkt hängt oder unzufrieden ist und der Verstand einen davon „befreien“ will, indem er ein neues Thema zur Ablenkung schickt. Mir geht es dann oft so, dass ich gar nicht weiß, was mich stört/ aufhält und ich erst wirklich ruhig sein kann, wenn alles wieder nach meinem Plan läuft.

    Vielleicht hilft dir eine der Fragen weiter: Was stört dich? Ist es Anne? Oder ist es doch was anderes? Wird von der Figur zu viel verlangt? Ist sie doch nicht so komplex? Muss sie hundertprozentig durchdacht werden oder reichen dem Leser grobe Infos?

    Deine anderen Fragen werde ich in einem eigenen Blogbeitrag beantworten und dich markieren 😊 sonst spame ich dein Kommentarfeld total zu 🙈
    Finde übrigens die Tipps von @Julia Valentina auch richtig super!

    Liebe Grüße ♥️

    Gefällt 1 Person

    1. Hey ho Liebe Katrin😊

      Du hast wohl recht…! Dass im Moment so viele neue Ideen aufkommen liegt daran, dass es am Manuskript eben hakt… Und das hat bestimmt einiges damit zu tun, dass ich generell Probleme habe, meine Figuren in Handlung zu bringen. Mein Freund sieht dieses Problem noch gar nicht so stark im bestehenden Text, doch ich denke, da muss einiges besser werden… Nichts ist schlimmer, als wenn eine Handlung eines Charakters unnachvollziebar scheint, obwohl sie das gerade nicht sein soll…
      Doch wenn ich etwas Ruhe wieder habe, dann werde ich mich dem. Annehmen können, wie ich hoffe… Und ich denke auch dass Julias Tipps und deine Fragen dabei helfen können 😉

      Habe mich soeben übrigens total darüber gefreut, dass du einen extra Beitrag zu den Fragen machst😍😊
      Dann werde ich mal zu dir wechseln und dort vollspammen😅😉

      Gefällt 1 Person

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