Ich bin doch ein Mensch, oder nicht?

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Seid gegrüßt!

Ja, also diese Frage stelle ich mir gerade etwas verstärtkt. Nicht im Philosophisch -Psychologischen Sinn… Sondern ganz plump als mehr oder weniger versagender Autor! ^^

Es mag Autoren geben, die dieses Problem nicht kennen, denen geht das ganz leicht von der Hand, mir aber nicht: Diese fiesen Dialoge. Diese permanente Interaktion zwischen den Figuren. Ich kann das nicht einfach so schreiben, geht einfach nicht. Ich fechte da gerade einen Kampf aus, und ich kann euch nicht versprechen, dass das Blut, das fließt, vielleicht nicht doch das meine ist, um es mal in lyrische Bilder zu verpacken 😉

Mein Problem ist nicht, dass ich nicht weiß, was meine Figuren in bestimmten Situationen machen oder denken, ich habe meine aktuelle Szene sogar ziemlich gut vor Augen. Doch ich komme und komme nicht weiter. Jeden zweiten Satz lösche ich, und was im Endeffekt da steht wird bei der Überarbeitung alles nochmal umgeschrieben, das ist sicher. Es ist, als wäre ich noch nie einem anderen Menschen begegnet, als hätte ich noch nie ein Gespräch geführt, als hätte ich noch nie beschrieben, wie jemand ein Gespräch führt. Bisher steht Thomas dem dicken Bernd gegenüber und keiner der beiden hat seit einer halben Stunde auch nur „Hallo“ gesagt. In meinem Kopf schon hunderte Male, doch wie ich das übersetzen soll ist mir unschlüssig. Bei jedem Wort frage ich mich „Sagt man das überhaupt so? Wie sage ich eigentlich hallo? Und wie seh ich dabei aus? Was mache ich, wie schau ich? Und wie schauen die anderen? Und was sagt man danach? Herrscht dann peinliche Stille?“
Ich meine, ich bin auf jeden Fall nicht die Art von Mensch, die permanent unter Leuten ist… Smalltalk ist auch nicht zwingend eine Stärke von mir… Aber zum Teufel ich weiß doch wie das geht! Ich hab doch schon tausende Gespräche geführt, habe auch anderen dabei zugesehen, zugehört… Und ich habe so viele Bücher gelesen… Es kann doch nicht möglich sein, dass ich nun hier sitze und mich nicht entschließen kann, wie das geht!
Bin ich allein so bekloppt, oder kennt ihr das auch?!

Nichtsdestotrotz…. Ich finde es ja auch etwas belustigend… In meinem kopf spielen sich gerade so einige absurde Szenarien ab, wie sich Thomas und Bernd begrüßen und unterhalten (und natürlich ist auch ein Gespräch in Reimform dabei 😉 ) doch so richtig weiter im Text bringt mich das nicht.

Vielleicht sollte ich mir einfach den Laptop schnappen und in einen Park gehen, da sind ja Menschen und sicher werden die auch miteinander reden. Dann schreibe ich meinen Roman eben nicht so, wie geplant, sondern es wird einen kleinen Bruch geben und plötzlich sitzt Familie Werling im Stadtpark… und… schaut Menschen zu… wie sie… im Park sind…?
Doch auch da kann man sicher Spannung rein bringen und ich bin flexibel.

Bis dann meine Freunde, es gilt, einen Roman umzuschreiben! 😉

Ganz liebe Grüße
sendet euch die Luna ❤

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4 Antworten auf „Ich bin doch ein Mensch, oder nicht?

  1. Oh ja, die fiesen Dialoge. Ich habe auch oft Schwierigkeiten, den Balanceakt zwischen realistischer Allerweltssprache und „literarischer“ Sprache hinzubekommen. Tatsache ist, dass ein Gespräch im Roman als Faustregel immer ein wenig kürzer sein sollte, als in der Realität. Denn schließlich hängst du – hoffentlich – nicht an jeden Satz einen „Diggah“, einen „Alder“ oder auch nur ein simples „ne!?“ an. Hoffe ich einfach mal 😉 .

    Viel Erfolg!

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    1. Haha, nein, nach reiflicher Überlegung habe ich mich dagegen entschieden 😉
      Ja, diese Mischung ist tatsächlich schwierig, aber ich bin schonmal weiter gekommen! Fürs Stolz sein auf mich hat es noch nicht gereicht, aber immerhin ;P

      Ich danke dir ^^

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  2. Ich musste schmunzeln! Tatsächlich fühlt man sich manchmal absolut unfähig … als ob man noch nie ein Gespräch geführt hätte. Der feine Grad zwischen Alltagssprache und literarischer Sprache ist teilweise echt nicht leicht zu finden. In meinem derzeitigen Roman tritt ein mexikanischer Lieferant, der in NY lebt, auf. Bei ihm wollte ich unbedingt „schlechtes“ deutsch bzw. englisch einbauen, allerdings glaubte einer meiner Probeleser, dass es meine eigenen Rechtschreibfehler wären 😄 (z.B. „er ist eine gute Mann (…), ich bin stolz auf mein Tochter, etc.“). Ich fand Miguel damit einfach authentischer. Mal sehen, was ein Verlag dazu sagen würde … zum Glück befindet sich dieser Dialog nicht auf den ersten 30-50 Seiten haha! Vor allem hat man auch oft eine Stimmlage oder einen gewissen Blick vor Augen, wenn die Figuren sprechen und den dann im Buch GENAUSO und kein Stückchen anders zu verwirklichen, ist echt schwer. Meine gängigen Floskeln „stirnrunzelnd“, „schmunzelnd“, „grinsend“ gehen mir jetzt schon auf die Nerven 😅 … aber wie sollte man es sonst beschreiben?
    Ich wünsche Bernd und Thomas auf jeden Fall viel Erfolg, dass sie ihren Dialog noch zustande bringen! Das wird schon 😋♥️

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    1. Na ich denke, es ist doch ganz passend, dem Miguel anmerken zu lassen, dass er kein Muttersprachler ist. Ich finde soetwas aber tatsächlich auch nochmal schwer, weil man es auf eine Art und Weise umsetzen muss, dass es für den Leser nicht nervig wird…
      Und jaa dieses Problem kenne ich auch… Man sieht es nunmal haargenau vor Augen, wie die Figuren zueinander stehen, wie sie schauen und sich bewegen, man kann nicht anders, man MUSS das einfach beschreiben, doch das ist echt eine Herausforderung! Zum Einen darf es nicht so extrem Beschrieben wirken, sondern muss lebendig sein und zum Anderen muss man aufpassen, sich nicht ständig zu wiederholen, immerhin sind die Figuren sich in ihrer Mimik und gestik revcht treu… -.-

      Aber ja, ich bin zum Glück weiter gekommen und heute ist auch endlich ein Tag, an dem es nicht scheppend läuft, sondern ich tatsächlich etwas schaffen kann! Yuhuu!^^
      😉

      Gefällt 1 Person

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