Kurzgeschichte: Der Cowboy, der auf einem Elefanten über den Mars reitet

„Ein Hauch von Nichts“
Das passiert, wenn mein Freund denkt, und ich schreibe…

Ich setz mich neben meinen Freund und sage geknickt, dass was fehlt.
Dass ich bei meinem Roman doch nicht weiter komme,
dass da Zweifel sind,
dass mein Kopf nix her gibt.
Und das dadurch meine Tage so seltsam werden und ich spüre,
wie eine Blüte in mir verwelkt.
„Na dann setz dich einfach hin und schreib irgendwas, egal was.
und wenn es von einem Cowboy handelt,
der auf einem Elefanten über den Mars reitet.“
Hier bin ich…


Scheiße kalt hier. War man ja so gar nicht gewöhnt. Kälte ist eigentlich auch gar nicht das richtige Wort, es ist vielmehr eine Nicht-Temperatur. Und durch so eine Nicht-Temperatur zu reiten, das machte man nicht alle Tage. Auch dieses Licht. Eigentlich ist es ja gar kein Licht, sondern so ein komisches Un-Licht. Doch was solls. Wenn ich die Augen etwas zusammenkneife, ist es fast wie damals. Dann ist der rote Boden der Sand, über den meine kleinen, nackten Jungenfüße liefen. Nur dass ich mir in meiner Erinnerung die Nacht vorstellen muss, dann kommt es dem hier vielleicht etwas gleich.
Der Körper, um den meine Beine baumeln und der eine beinahe ungewohnte Wärme ausstrahlt, dröhnt unter mir. Azika lässt ein Brummen durch ihren großen Körper wandern, der sich beinahe anhört, als wäre sie kein Tier, sondern nur eine große graue Blechtonne. Kann man wahrscheinlich auch nur verstehen, wenn man das gehört hat. Wie auch immer, auf jeden Fall ist Azika ein ziemlich bekloppter Name. Ich hätte mein Pferd ja niemals Azika genannt, aber wenn man einen ihrer Elefanten reitet, muss man sich auf eine Azika gefasst machen. Oder eine Osazra. Irgendwas eben mit „Z“.
Doch dafür kann sie nichts und bisher hat sie mich immer gut voran gebracht. Sie ist ein gutmütiges Tier, das hilft, wenn man durch diese elendige Trostlosigkeit reitet. Dort, wo ich noch als Junge lebte, da war es auch karg. Doch das hier ist was anderes.
Auch, wenn ich vielleicht der Einzige meiner Art sein sollte, der so denkt, doch mich konnte nichts vom Gegenteil überzeugen.
Ich glaube nicht, dass wir hier her gehören.

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3 Antworten auf „Kurzgeschichte: Der Cowboy, der auf einem Elefanten über den Mars reitet

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