Der erste Satz…

Hallo ihr Rabauken!

Der erste Satz eines Romans ist, wie ich finde, etwas ziemlich wichtiges. Man kann ihn einfach schreiben, wie jeden anderen Satz auch, man kann seinen Leser aber auch direkt verzaubern und mit der Geschichte einfangen…

Letzteres beherrscht Gabriel Garcia Marquez wohl wie kaum ein anderer… Er ist mit seinen eigenwilligen und wunderschönen Geschichten von dem ersten Roman an, den ich von ihm in die Finger bekam, ein absolutes Vorbild! Eigentlich eine Schande, dass er auf diesem Blog noch gar nicht zu finden ist, doch gut Ding will Weile haben 😉

Zur Zeit lese ich „Hundert Jahre Einsamkeit“ und bin jetzt schon wiedermal von seinem Erzählgenie begeistert… Und wie so oft schon von diesem ersten Satz an:

Viele Jahre später sollte Oberst Aureliano Buendia sich vor dem Erschießungskommando an jenen fernen Tag erinnern, an dem sein Vater ihn mitnahm, um das Eis kennen zu lernen.

Ich legte das Buch kurz beiseite, ließ es wirken und freute mich darauf, dass Marquez mal wieder seine Spielchen mit mir Leser spielen würde… Zu gerne lässt er zum Beispiel den vermeintlichen Hauptcharakter nach 120 Seiten in einem Satz absurd sterben und man liest 400 Seiten eine völlig andere Geschichte, als erwartet… Demnach war mir klar, dass nach diesem ersten Satz kein gewöhnlicher Roman zu erwarten war… 😊

Man muss sich in Geduld üben, denn was die nächsten hundert Seiten nach diesem Satz kommt hat tatsächlich so gar nichts mit dem Erschießungskommando zu tun, sondern man wird in die Vergangenheit geführt mit vereinzelten Ausblicken in die Zukunft…

Genial! Wie man den Leser durch einen einfachen ersten Satz an die Geschichte fesseln kann, sodass er gespannt Seite um Seite umblättert…

Warum ich euch das gerade mitteile? Nun, wahrscheinlich weil ich mal wieder absolut von Marquez begeistert bin… Und weil mich brennend interessiert, was ihr dazu sagt und ob ihr ähnliche Leseerfahrungen gemacht habt! Habt ihr noch Bücher im Kopf, die euch wegen ihrer spannenden ersten Sätze einfach nicht los lassen, oder bei denen ihr einfach voller Vergnügen oder schlichtweg hingerissen ward? Ich freue mich auf eure Kommentare 😊😉

So, das wars nun! Liebe Grüße sendet Euch

Die Luna ❤️

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13 Antworten auf „Der erste Satz…

  1. Wenn ich zur Bücherei gehe, um mir ein Buch auszusuchen, lese ich IMMER den ersten Satz, und wenn der mich nicht weghaut oder begeistert, dann nehme ich sehr selten das Buch mit und suche mir stattdessen ein anderes.
    Das nächste Mal sollte ich mal nach Garbiel García Márgquez gucken. Dann spare ich mir vielleicht viel Gesuche. 😉

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    1. Ganz so streng bin ich in meinem Urteil nicht 😉 habe schon zu viele Bücher mit mittelmäßigen ersten Sätzen gelesen, die dennoch genial waren ^^
      Doch so….. Ein guter erster Satz, der begeistert immer😉

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  2. Der einzige erste Satz, den ich wohl nie vergessen werde läutet zu Beginn von Schwarz Stephen Kings Der dunkle Turm-Reihe ein:

    „Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“

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    1. Das ist wirklich ein klasse Auftakt!
      Danke fürs teilen😊
      Muss ja gestehen, dassss ich mich an King noch nicht heran traue… Ich bin zu zart beseitet, für spannende und grausame Literatur 🙈😅

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  3. Liebe Luna,
    genau genommen ist es nicht ganz der erste Satz, der mich bei „Der Bücherdiebin“ so beeindruckt hatte. Aber es ist ungefähr der vierte Satz. Und der erste Satz, der sofort ins Auge springt: „Eine kurze Bemerkung am Rande: Ihr werdet sterben.“
    Viele Grüße
    Felicitas

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    1. Ein Buch, das mir schon so oft empfohlen wurde, doch ich habe es noch immer nicht gelesen… 🙈
      Generell mag ich es total gerne, wenn solche Vorahnungen und Andeutungen gemacht werden, die man noch gar nicht einordnen kann 😍
      Danke fürs teilen… Und mal wieder eine Anstoß, das Buch zu lesen 😉
      Liebe Grüße

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      1. Luna, du hast das Buch noch nicht gelesen!? Das ist ungefähr die achte Todsünde!
        Also im Ernst: Das Buch ist SO gut. Die Sprache macht dich sprachlos. Der Tod ist so Amüsant. Andächtig. Achtsam. (Und das sind nur die Eigenschaften mit A 😉 )
        Und wenn es noch besser sein soll, dann lies es auf Englisch. Und sei von jedem deutschen Wort darin irritiert („Watschen“, „Saumensch“,…)
        Ich könnte ein ganzes Buch voll Lobeshymnen auf dieses Buch schreiben 😍😍
        Viele Grüße
        Felicitas

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      2. Oooh! Na bei so tollen Eigenschaften mit A, da kann ich ja gar nicht nein sagen 😅
        Ich erkenne meinen Fehler und werde versuchen, das so schnell wie möglich zu beheben😉
        Danke für deinen enthusiastischen Kommentar 😅😉

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  4. Wenn es um den ersten Satz eines Romans geht, dann fällt mir immer der Beginn des Werks „Die Asche meiner Mutter“ von Frank McCourt ein. – Dieser erste Satz ist inhaltlich, wie von seiner Diktion her außergewöhnlich, irgednwie ein sprachliches Meisterwerk, wie ich fand und finde. Er lautet:

    „Mein Vater war ein begnadeter Säufer.“

    Mal abgesehen davon, dass dieser Satz mich sogleich hat weiterlesen lassen, sinne ich bis zum heutigen Tage darüber nach, was einen Säufer wohl begnadet sein lassen kann.

    Ein erster Satz kann schon eine Menge auslösen, aber er ist nicht immer und vor allem nicht allein bedeutungsvoll für meine Entscheidung einen Roman zu lesen oder nicht.

    Generell ist aber ein Einstieg etwas, dem eine besondere Rolle zukommt. Nicht zletzt bei thematischen Reden oder auch beim Beginn einer Unterrichtsstunde, eines Semionars, einer Diskussion etc. –

    Wenn ich während unseres Potenzialassessemnts für Schüler den meistens eher unbeliebten Logikauftrag moderieren muss, dann beginne ich ihn fast immer mit der „logischen“ ersten Frage: „Wer von Euch hat einen Hund?“ ( um daraus dann an einem Beispiel die unterschiedlichen Gehirnleistungen von Tier und Mensch aufzuzeigen) Die Verblüffung ist meist derart, dass ich gleich mal Aufmerksamkeit habe …

    Nur sehr liebe Grüße an Dich, liebe Luna! ❤

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    1. Oh ja, der Satz ist tatsächlich ein schöner Einstieg! ☺
      Vielleicht ist man begnadet als Säufer, wenn man zwar immer besoffen, aber dennoch lebensfähig ist ^^

      Aber es stimmt, ein Einstieg ist nicht nur in der belletristik wichtig, daran hätte ich ich beim schreiben gar nicht gedacht ^^
      Und gerade, wenn man ein Thema mit etwas ganz anderem einleitet, kann man Aufmerksamkeit bekommen… Und das ist gerade beim Unterrichten das A und O… ^^
      Eine ganz andere Kunst ist es dann noch, die Aufmerksamkeit zu halten 😉

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  5. Lebe Luna, ich wollte dir eigentlich in einem Kommentar antworten, aber meine Antwort ist dann doch etwas zu lang ausgefallen. Das passiert mir immer wieder. Deshalb wirst du mir hoffentlich verzeihen können, dass ich meinen Kommentar auf meinem eigenen Blog veröffentlicht habe.
    Grüße, Nikolaus

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