Gedicht: Für den, der zu den Sternen flüstert

Einem Grashalm gleich

Wiegst du dich im Wind.

Umspült vom harten Ton der Zeit

Biegst du dich im Strom,

Der mit kalten Fingern

Lüstern an dir zerrt.

Klein bist du da am Boden nun,

Wie alles an dir vorüber zieht…

Dieser Wind, der dir die Stimme nimmt

Und Kraft dir raubt,

Der in deine Ohren brüllt,

Bis du bist ertaubt.

Er spielt mir dir,

Du lässt’s geschehen,

Weißt Du doch nicht,

Wohin Du sollst noch gehen…

Einsam ist es, wo Du stehst,

Allein bist Du,

Während Du vergehst

In des Windes unliebsamen Klauen.

Doch da – horch! Der Wind!

Er trägt eine feine Melodie,

Trägt sie Meilen dahin,

Bis sie auf dein Herz sich legt,

Die dicke Schicht aus Blei zersägt,

Um dich wieder fühlen zu lassen.

Eine Melodie, vieler Stimmen Wünsche,

Eine Melodie, wärmer Herzen Türe.

Da spürst du, dass es nicht Wind nur ist,

Dass er dich nicht in des Lebens Wirren schubst,

Sondern wie ein Kind nur spielen mag.

Und du blickt empor,

Ins gespannte Himmelszelt,

Erinnerst dich, was es ist,

Was fehlt, und da beginnst du,

Du Grashalm klein,

Zu wachsen in dein Ich hinein.


Ich sende dir ganz liebe Grüße! Viel habe ich heute an dich gedacht… Und dieses bescheidene Gedicht ist dabei entstanden mit den besten Wünschen, die ich dir senden kann… Vielleicht konnte es dir ein kleines Lächeln zaubern 😉

Advertisements

2 Antworten auf „Gedicht: Für den, der zu den Sternen flüstert

  1. Liebe Luna,
    wie oft habe ich heute schon vor genau diesem Fenster mit genau diesen Zeilen gesessen, von denen Du nicht mehr hofftest, als dass Du mir durch sie ein kleines Lächeln zaubern könntest.
    Du hast damit viel, viel mehr getan, liebe Luna.
    Es gab bisher genau einen Menschen, der mir, das war in für mich besonders schwerer Zeit, einen kleinen Text geschrieben hat. Ohne mich darin zu erwähnen, aber ganz für mich. Und der später gar ein Bild für mich malte, dass einen Platz in meinem Wohnzimmer gefunden hat. Sowohl der Text als auch das Bild haben seither größte Bedeutung für mich. Nicht nur als solche, sondern mindestens ebenso durch die Geste die mir gegenüber damit verbunden gewesen ist und immer verbunden bleibt.
    Jenen Menschen habe ich hier in Bloglanden kennengelernt, sie (dieser Mensch ist eine „sie“) gehört längst zu den Menschen, die ich zu meinen wenigen wirklichen Freunden zähle. Sie ist der einzige Mensch, die bislang aus einer Blogfreundin zu einer realen Freundin für mich geworden ist. Wir sind durchaus verschieden, aber wir teilen ein paar Gemeinsamkeiten auf eine Art und Weise, wie sie so besonders und einzigartig sind, dass sie mir mit zum Wertvollsten zählen, was mein Leben ausmacht.
    Die Gedanken an all das und mehr, hast Du dadurch in mir heute wachgerufen und mir wieder einmal so ganz bewusst werden lassen, dass Du ein Gedicht für mich geschrieben hast.
    Wie hätte ich danach nur, bloß, allein, lächeln können?
    Jedes Wort und alles Zwischenzeilentliche, was ich in Deinen Versen finden konnte, sprachen von einer Intension zu mir, der Intension, die Du in Dir hattest als Du jene Zeilen verfasst hast. – Das klingt jetzt pathetisch, ohne es sein zu wollen: Sie sprachen von der Intension der Urmenschlichkeit, dem was menschliche Schönheit ausmacht, was DICH sehr, sehr ausmacht. Und Du hast mir davon geschenkt!
    Ich danke Dir von Herzen für dieses Geschenk! Es ist für immer in mir bewahrt.
    Mit dem Sternflüstern ist es übrigens eine eigene Geschichte. Ich möchte Dir ihhren Hintergrund erzählen.
    Als Du noch ein ganz kleines Mädchen warst, lief im ZDF eine Dokumentationsreihe an die ich sehr gute Erinnerungen habe. Diese Reihe trug den Titel „Sternflüstern“. Sie erzählte von mehreren familien, die mit einem sehr schmalen Budget für jweils mehrtere Wochen in jeweils entlegene Gegenden Russlands geschickt wurden, um dort zu leben. So wie und mit den Einheimischen zusammen, isch letztlich selbst versorgen müssend. – Die reihe war großartig. Man lernte so unendluich viel und sehr authentisch Menschen in einer ganz anderen Lebenswelt kennen. Ich habe sehr viel Sympathie und Achtung für diese Menschen entwickelt durch die Bilder und Geschichten, die die Serie zeigte.
    Der Titel der reihe ging auf ein sibirisches Gleichnis zurück, das lautet:
    Wenn der eigene Atem zu feinen Eiskristallen gefriert und leise klirrend zu Boden fällt, nennen das die Sibirier „Sternflüstern“. –
    Mir gefiel dieses Gleichnis so sehr, dass ich als ich im September 2011 meinen Blog (damals noich auf einem später geschlossenen Portal) eröffnete, zu dessen Einletung die Worte anfügte
    „Sternflüstern ist auch der Name dieses Blogs, der ein Blog der leisen, aber eindringlichen Worte und Gedanken sein will – freigeistiger und bisweilen unzeitgemäßer Gedanken. Mensch, Gesellschaft, Literatur, Leben und Tod sind Ursprung, Quelle und Gegenstand dieser Gedanken – in Texten, Versen und vielleicht auch im Gespräch mit dem einen oder anderen Besucher hier …“
    Als ich dann hierher zu „WordPress“ umziehen musste, konnte ich meinen Blog nicht weiter so nennen, angeblich war der Name bereits vergeben.
    Da ich aber wieter im Geiste leiser Eindringlichkeit schreiben wollte änderte ich meinen früheren Nicknamen (schweitzer – in Anlehnung al den Humanisten und Wissenschaftler Albert Schweitzer – MEINEN „scheitzer“ freilich bewusst klein schreibend) in „Sternflüsterer um.
    Dass ich ab und an mit den Sternen flüstere, ist also nur ein kleiner Teil der Wahrheit meines Nicknamens hier.
    Dies wollte ich Dir gern schreiben, liebe Luna, um Dir ein bisschen mehr von dem zu erzählen, dem Du Dein Gedicht gewidmet hast. Und um Dir zu sagen, dass ich bereit bin, Dich mehr wissen zu lassen, Dir zuzuhören, Dir zur Seite zu stehen, wann immer und so gut mir das eben möglich ist.
    Deine vielen Gedanken für mich ehren und beschenkenn mich sehr. Ich sehe, dass Du mir ein sehr besonderer Mensch wirst.
    Liebste Grüße an Dich – ich wünsche Dir eine traumschöne Nacht! ❤
    (Zu Deinem Kommentar bei mir drüben antworte ich Dir morgen.)

    Gefällt mir

    1. Ich bin erleichtert, weißt du das?
      Lang habe ich an jeder einzelnen Zeile gefeilt und doch bleibt das Gefühl der Unzufriedenheit zurück… Wenn das Gedicht eine Widmung der eigenen Gedanken an jemand anderen ist, dann hätte man es gerne perfekt… Doch dazu reichen meine Künste leider nicht aus…
      Um so mehr freue ich mich, dich damit berührt zu haben, und dass du die Geste derart zu schätzen weißt!
      Viel mehr möchte ich dazu gar nicht mehr hier sagen, ich denke, all das spricht für sich 💚
      Ich wollte dich sowieso mal fragen, was es mit dem Namen noch so auf sich hat, deswegen danke für die kleine Erklärung 😊
      Ich freue mich auf eine weitere gemeinsame Zeit! 😊🌻💚

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s