Genug von mieser Laune! ;)

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Hola!

Ihr Lieben, ich weiß gar nicht, ob ich euch davon schon berichtet habe, aber ich liebe Notizbücher!
Sie sind für mich das perfekte Medium, meine Gedanken zu sortieren, ich weiß sie dort aufbewahrt, kann mich von einigen Loslösen und einige durch das Aufschreiben festigen. Sie bringen mir durch ihre Funktion Ruhe, aber auch allein durch den Vorgang… Ich liebe es, meine Hand dabei zu betrachten, wie sie mit Füller oder Kuli über das Papier wandert… Und vor allem liebe ich es, ein Notizbuch zu vollenden!
Ja, das ist dann wohl das Autorenherz in mir^^ Generell muss ich doch manchmal schmunzeln und frage mich, ob das so eine Eigenart von Autoren ist, etwas, was sie gegen den Rest der Welt verbündet: Die Versessenheit in die eigenen Gedanken und dieser Wunsch, alles festzuhalten. Nicht, dass ich denke, meine Gedanken wären Gold. Im Gegenteil, da ist so viel Belangloses und Nebensächliches im Kopf, dass es fast schon ein Wunder ist, wenn mal was mit Inhalt raus kommt^^ Dennoch liebe ich es, Bücher mit meinen Gedanken, mit mir, zu füllen.
Ich habe viele aktive Notizbücher, die ich parallel benutze, jedes hat seinen eigenen Zweck.
Und von einem möchte ich nun berichten…

Mein „Dankbarkeitsbuch“

Ich war viel zu viele Monate viel zu wenig Glücklich.
Alles hatte einen Anfang, das sehe ich, ich sehe, wo es herkam, aber da, wo es hin ging, das war mein „verschulden“…
Ich war grundlos von einer immerwährenden kleinen Traurigkeit geplagt, hatte Selbstzweifel, die mich unausgeglichen machten und auch, wenn ich stets versuchte, einen positiven Blick auf alles zu haben, so, wie es von Herzen aus eigentlich meine Natur ist, konnte ich dem nicht entgegenwirken. Ich glaubte den positiven Gedanken in meinem Kopf einfach nicht und machte es mir regelrecht bequem als Unzufriedenheitslunchen. Ein bisschen jammern, ein bisschen sich im traurig sein suhlen… Alles gemacht. Gewusst, dass die Schwermut albern ist, aber zu faul, mich aufzuraffen und gute Laune zu haben.
Und der Grund war nicht, das alles wirklich gerade schlimm und unerträglich war, sondern schlicht, weil ich mich daran gewöhnt hatte. Es gab mal einen Auslöser, doch letztlich war der Rest ein Selbstläufer, ich ließ mich von Gedanken mitreißen, sponn sie weiter und kostete sie aus, bis ich in einen Strudel geriet, aus dem ich kaum noch raus kam.
Und es ging mir tierisch auf den Sack.
Ich konnte mich selber kaum noch hören.
Hier muss ich kurz einfügen:
Das bezieht sich alles auf mich, ich möchte hier über niemand anderen urteilen!!! Niemand, der sich in einem ähnlichen Zustand des Strudels befindet, soll denken, ich spreche ihn dabei an. Ich kenne nur mein Schicksal und ich weiß, wie ich das zu bewerten habe, was ernst zu nehmen ist, was nicht…
Und noch etwas muss ich anmerken:
Ich möchte hier auch nicht sagen, dass man immer gute Laune haben muss. Dass man sich immer zusammenreißen und alles verdrängen muss. Im Gegenteil, ich bin ein äußerst emotionaler Mensch, ich versuche mich viel zu reflektieren und Gefühlen auf den Grund zu gehen, sie auszukosten. Denn nur, indem man sie versteht, sich ihrer annimmt, sie akzeptiert, nur so kann man sie verarbeiten und mit ihnen weiter gehen, ohne dass sie eine Last sind.
Oder, wie es die Sängerin Aurora sagt: „All my Demons greeting me as a friend“
Doch man darf sich dabei nicht in einen Strudel reißen lassen, der irgendwann nur noch seiner selbst willen existiert…

Als ich also an jenen Punkt ankam, dass ich selbst von mir genervt war, da fiel mir ein altes Notizbuch in die Hände, ihr könnt es auf den Bildern sehen…
20180715_100055.jpgIch begann, jeden Tag aufzuschreiben, wofür ich dankbar bin… Ich fügte Bilder ein, die mir etwas bedeuten, Gedichte, die mich berühren.
Das war vor etwas über drei Wochen. Und ich habe festgestellt…
Es gibt enorm viel, wofür man dankbar sein kann, selbst an schlechten Tagen!

Es ist ein ganz neues Gefühl. Ich merke, ich habe den Kreislauf durchbrochen. Sich jeden Abend auf den Tag zu besinnen, zu erkennen, welche Momente schön waren, was für gute Dinge einem geschehen, die absolut nicht selbstverständlich sind, das ist absolut wohltuend!
Denn wir vergessen so schnell, wofür wir dankbar sein können!
Sei es unsere Familie, die uns täglich liebe schenkte, oder zwei, drei besonder Freunde, eine Liebe, die uns täglich begleitet, ein Balkon, der uns ein Kaffe an der Luft ermöglicht, der Job, eine neue Möglichkeit, der Alltag… So vieles, was uns jeden Tag begegnet… So vieles, das uns deshalb normal erscheint… Und wenn ich mir an einem unspektakulären Tag einfach nur notiere, dass es Spaß gemacht hat, das Bad zu putzen oder dass mir ein Gericht so gut gelungen ist, wie nie zuvor… Man merkt, wie wertvoll jeder Tag ist und wie wichtig, dass wir uns darauf besinnen!
Man geht auch ganz anders durch den Tag. Manchmal frage ich mich, was ich am Abend eigentlich aufschreiben werde und das verleiht allem einen kleinen Glanz. Oder aber ich mache mir am Morgen eine kleine Notiz, worauf ich mich freue.
Dieses Büchlein ist für mich jetzt schon ein kleiner Schatz geworden, in dem ich gerne Blätter… In Kürze kann ich alles sehen, was für mich wichtig ist ❤

Solltet ihr ein ähnliches Problem haben, aus einem Loch nicht mehr heraus kommen, obwohl ihr das wirklich wollt, dann probiert das mal aus, ich kann euch das nur empfehlen!
Unser Leben ist viel zu kurz, als dass man sich mit unnötiger mieser Laune herum schlägt^^
Habt ihr ähnliches vielleicht schonmal probiert und könnt Erfahrungen teilen? Oder habt ihr andere Strategien entwickelt, euch aus dem Strudel zu befreien?
Ich hoffe, jeder von euch, der in einer dunklen Phase steckt, wird seinen Weg daraus finden… Manchmal braucht es Zeit, manchmal Fingerspitzengefühl, manchmal einen Arschtritt, das ist sehr unterschiedlich. Arbeit bedeutet es immer und ich wünsche jedem von euch die Kraft, die er dazu braucht!

Liebe liebe Grüße
schickt die Luna ❤

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14 Antworten auf „Genug von mieser Laune! ;)

  1. Jeden Morgen seit fünf Monaten fülle ich drei Seiten in einem Notizbuch mit Gedanken, Träume, Banalitäten, was auch immer, und dieses morgendliche Ritual hat mein Leben so sehr verändert. Es ist echt fantastisch, was das Füllen von Notizbüchern so auf sich hat. Auf meinem Blog habe ich es mal als „wie Momo zuflüstern“ beschrieben. 😉
    Schon seit langem möchte ich ein Dankbarkeitsritual in meinem Leben einführen, und ich finde deine Idee wundervoll! Ich muss ihn mal versuchen und ihn an meinem Leben anpassen.
    Also danke dir! ❤

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    1. Wow, drei Seiten, das ist ja ehht nicht schlecht!
      Ich glaube dir, dass das eine unglaubliche Wirkung gehabt haben muss! Gerade auch, wenn man ein kreativer Mensch ist, dann gibt einem so ein Notizbuch sehr viel 😊
      Schön, wenn es dich inspirieren konnte! Vielleicht berichtest du ja sogar von deiner Anpassung? Ich wäre definitiv interessiert 😉

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    1. Das ist eine so unglaublich schöne Idee! Ich glaube, das wird etwas sein, woran sich eure Kinder später sehr gerne erinnern werden… Ich finde solche Rituale für kinder unglaublich wichtig! Es schenkt ihen so viel Geborgenheit und Liebe!
      Es mag ein bisschen albern klingen, doch es macht mich grad richtig froh, darum zu wissen ❤
      Liebe Grüße!

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  2. Diesen Strudel kenne ich zu gut! Es gibt immer wieder diese Tage oder Phasen, in denen ich verstärkt alles mögliche hinterfrage. Dann langweilt mich der Job, die alltäglichen Abläufe beginnen zu nerven, ich erkenne, wie viele Pläne im Sande verlaufen sind und ärgere mich darüber, nicht konsequenter gewesen zu sein. Es mündet schließlich in der aussichtslosen Suche nach dem „Glück“ – aussichtslos, weil es vielleicht gar nicht nötig ist, danach zu suchen, weil es vielleicht viel näher ist, als ich in diesen Momenten denke. Oft sind es ja nur wenige negative Faktoren, die die eigene Wahrnehmung so sehr täuschen können, dass schnell ein „alles ist schlecht“ daraus wird. Und an diesem Punkt wird die Dankbarkeit wirklich zum stärksten Gegenargument: Dann betrachte ich mein Leben wieder ganz unvoreingenommen, zähle die positiven Dinge auf und stelle fest, dass es ja gar nicht so übel ist und dass einige dieser positiven Dinge sogar nur existieren, weil alles so verlaufen ist, wie es verlaufen ist. Das führt zur Dankbarkeit und die sorgt fast automatisch für bessere Laune. Aber klar, manchmal bedarf es einiger Überzeugungskünste meiner inneren positiven Stimme, um die negative zu übertönen. Eine präventive Lösung wäre da natürlich ideal und so ein Notizbuch könnte ein Schritt in diese Richtung sein, um eben gar nicht erst zu „warten“, bis alles dunkel ist, sondern zwischendurch immer wieder diese Lichtblicke zu erhalten. 🙂

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    1. Ja, es stimmt, oft sucht man Dinge in der Ferne und glaubt, nur dort Glück finden zu können, dabei ist es oft blödsinn. Nur, weil man woanders hin flüchtet, wird man dort nicht immer glücklich…
      Und ich denke auch, man sollte Schicksalsschläge im nachhinein wenigstens mit dem Gedanken abschließen, dass sie Teil des Lebens sind und einen dahin gebracht haben, wo man nun ist. Und ich glaube ganz fest, wenn man ein reines und frohes Herz hat, dann kann man dort, wo man hingeht, immer glücklich werden, auf irgendeine Art und Weise!
      Das stimmt, es sind wirklich klasse Lichtblicke. Ich hatte die Tage wieder einen kleinen Grummelanflug, doch es hat mich kaum Mühe gekostet, diesen wieder abzuschütteln^^ Es kann definitiv helfen. Und ich dachte mir, da ich bald umziehe und in einer Fernbeziehung bin werde ich bestimmt einige Abende mit ein oder zwei Tränchen verbringen, also würde mir so eine Stärkung im Vorfeld, die mir durch die Zeit hindurch Kraft gibt, sicher nur gut tun… 😉

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      1. Ein reines und frohes Herz – das hast du sehr schön gesagt! 🙂
        Ich bin zwar nicht fernbeziehungserfahren, aber ich kann mir gut vorstellen, dass der regelmäßige Blick auf die positiven Seiten sehr hilfreich sein kann. Auch dort verhindert es ja, dass das Negative Überhand nimmt und sich der Strudel wieder in Gang setzt. Und wenn das ein oder andere Tränchen zum Vorschein kommt, ist es in diesem Fall sogar ein positives Zeichen – wenn dir etwas fehlt, dann ja nur, weil es dir wirklich am Herzen liegt!

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  3. Hallöchen!
    Die Idee mit dem „Dankbarkeitsbuch“ ist wirklich toll! Da muss ich auch mal ausprobieren, ich hoffe ich hab noch irgendwo ein Notizbuch übrig, haha.
    Und das, in den eigenen miesen Gedanken und Launen festzuhängen kenn ich auch zu gut. Komme aber irgendwie nicht raus und tu mir dadurch manchmal noch mehr leid. Momentan habe ich mit meinen Fehler von letzten Jahr eigentlich abgeschlosse, merke aber das ab und an die fiesen Gedanken zurückkommen und mir was einreden wollen. 😛 Aber wer weiß, vielleicht hilft das Büchlein ja! 😀 Vielen Dank das du das mit uns teilst und es dir auch so gut hilft und du dadurch aus diesem Sog der miesen Gefühle/Gedanken etc rausgekommen bist. 😀

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    1. Ja, das ist dann wirklich total absurd, wenn man dann noch mieser Gedanken hat, einfach weil man sich so sehr leid tut, diese Gedanken nicht durchbrechen zu können…
      Und es gibt wirklich blöde Gedanken, mit denen man denkt, abgeschlossen zu haben, die einen aber dann doch wieder einholen bzw man merkt, wie sehr man eigentlich doch noch davon bestimmt wird.
      Und mir half das Buch einfach total. Ich habe wieder enorm zu mir gefunden und vor allem würden auch plötzlich diese ganzen versteckten negativen Gedanken offensichtlich! Und spätestens, nachdem ich mit meinem Freund Lang darüber geredet habe, habe ich einfach mein Problem erkannt und kann jetzt den Gedanken, wenn er in meinen Kopf kommt, sofort identifizieren identifizieren und und entkräftigen.
      So ein Buch kann einem wirklich Kraft geben… Ich überlege auch es darauf auszuweiten, zu notieren, was ich jeden Tag an mir mochte. Sei es vllt eine frisur, etwas was ich gesagt oder getan oder gekocht habe ^^
      Sowas kann einen vllt auch nochmal ganz neu bestärken 🙂
      Ich hoffe total, dass deine miesen Gedanken nicht zu fies sind und dass du vor allem jemandem zum ehrlich drüber reden hast!!!! ❤️ Ich hoffe, du kannst sie bald los werden! ☺
      Ich sende dir dafür ganz viel Liebe und auch die passenden Grüße 😉💕🌻

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  4. Dein Notizbuch klingt wirklich wundervoll und ich stimme absolut zu, dass Dankbarkeit alles verändert! ❤ "Es gibt enorm viel, wofür man dankbar sein kann, selbst an schlechten Tagen!" – Das schreibe ich gleich mal in mein Notizbuch 😉 Ich führe sehr regelmäßig Tagebuch seit ich Abi gemacht habe, am Anfang habe ich es Gedankenbuch genannt, mittlerweile Scrapbook, weil ich auch viel reinbastele. Und darin habe ich eine Weekly Gratitude Serie, in der ich jede Woche aufschreibe, wofür ich dankbar bin. Also so ähnlich wie den Notizbuch 🙂 Ich finde, das hilft auch dabei, zu erkennen, was mir wirklich wichtig ist, denn es gibt gewissen Dinge (oder Leute), die immer wieder auftauchen. Das gibt einem eine neue Perspektive. Und es gibt tatsächlich immer etwas, wofür man dankbar sein kann. Selbst wenn es mal gerade total mies läuft, bin ich doch dankbar dafür, dass ich überhaupt noch am Leben bin, denn das allein ist schon ein Grund zur Freude, wie ich finde 🙂 Notizbücher sind wirklich das Beste! Mir wurde auch schon oft von Freunden vorgeworfen, ich hätte einen Festhaltezwang – vielleicht ist das wirklich so ein Autoren-Ding 😉

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    1. Ui, na da bin ich ja gleich ganz verlegen^^
      Dein Notizbuch klingt auch nach einer ganz wundervollen Stütze!
      Denn es stimmt, auch durch die gehäufte Erwähnung bestimmter Personen wird einem nochmal auf einer ganz neuen Ebene bewusst, wie bedeutend diese Menschen für einen selbst sind!
      Und es stimmt! Allein dafür, am Leben sein zu dürfen, sollte man dankbar sein! Dafür, dass man auch leiden darf – das soll jz nicht masochistisch klingen^^ Doch du weißt sicher, was ich meine…
      Und ich denke, so ein kleiner Festhaltezwang, solang er nicht ausartet, ist doch auch nichts verkehrtes 😉
      Ganz ganz liebe Grüße an dich! ❤

      Gefällt 1 Person

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