Über das Lese – Ärgernis

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Seid gegrüßt ihr kleinen Schlawiener!

Vielleicht kennt ihr das. Man sitzt still da, liest ein Buch, freut sich des Lebens…. Doch dann -ZACK- gefriert einem das Blut in den Adern und es läuft einem ein Schauer über den gesamten Rücken.
Da stand es nämlich… Dieses Etwas… Dieses Eine, das man nicht, wirklich nicht, also niemals, also nie wieder und überhaupt gar nicht lesen möchte. Dieses Lese -Ärgernis.

Meines begleitet mich schon seit vielen Jahren und hat mich oft dazu gebracht, sogar Bücher, die ich mag, kurz abzulegen und einen kleinen inbrünstigen Schrei auszustoßen.

Ich hasse nämlich Fragehaufen.
Ich weiß nicht, wie man das nennt. Viele nennen es rethorische Fragen, aber das ist falsch. Eine rethorische Frage wäre: „Bist du noch ganz dicht?“
Doch Fragehaufen sind anders. Übrigens treten sie nicht immer im Haufen auf, gerne auch einzeln und da mindestens genauso nervig, doch gebündelt sind sie einfach unerträglich.
Die Hauptperson ist zum Beispiel in einer verzwickten Lage, steht vor einem Problem, vor einem Rätsel, weiß einfach nicht weiter. Hat Fragen. Viele Fragen. Und ich als Leser mindestens genauso viele. Vielleicht sogar noch mehr.
Doch wartet, lasst mich das richtig ausführen:

Wir haben Judith, sie ist 29 Jahre alt und in ihrem Leben läuft es gerade richtig beschissen. Weil wer liest schon gerne über jemanden, der alles im Griff hat. Wir sind so knapp bei der Hälfte des Romans, der Autor muss sich also was einfallen lassen, um das ganze Vorgeplänkel irgendwie mit Spannung zu versehen. Vielleicht ein Krimi oder so, die gehen ja immer. Bei Krimi am besten ein Psychokiller, die gibt es ja wie Sand am Meer, wenn man den Autoren glaubt. (Wusstet ihr eigentlich, dass der Baustoff Sand uns Menschen bald aus geht… Viel Spaß beim Hausbau!) So, Judith ist also verzweifelt, weil so richtig toll ist ihr Leben nicht und dann geht es los, in ihrer Nachbarschaft verschwinden Katzen. Alle Katzen. Hat der Psychokiller gefangen, der natürlich immer drohende Psychobotschaften hinterlässt. Und als die Katzen weg sind geht es weiter mit den Hunden und irgendwann kommen die Kinder dran. Denn verschwindende Kinder sind auch immer spannend, wenn man den Autoren glaubt.
Nun ist natürlich der Leser total gespannt und hat Fragen, sehr viele Fragen, ist ja schließlich alles noch ein Rätsel. Und dann liest man, wie Judith durch die Straßen läuft und weiß, dass sie sich ganz sicher auch sehr viele Fragen stellt. Und wir lesen:
„Was ist das nur für ein kranker Mensch? Warum lässt er Katzen verschwinden? Was macht er mit ihnen? Und wird er seine Drohung wahr machen und alle Kinder verschleppen, wenn wir nicht eigenhändig unsere Hunde umbringen. Die Polizei wird das schon schaffen. Vielleicht haben sie ja auch schon eine Spur? Würden sie uns bescheid geben, wenn es Erkenntnisse gibt? Wir könnten vielleicht helfen. Doch was könnten wir nur ausrichten? Ich meine, wie kann man nur so krank sein? Und ich frage mich, was das alles mit dem Herrn Bathels zu tun hat, der in der letzten Botschaft erwähnt wurde.“

Sorry, aber wenn ich sowas lese, dann würde ich am liebsten den gesamten Roman zerreißen und in eine Ecke werfen. Gut, okay, das ist jetzt ein bisschen hart. Doch mich nerven solche Fragehaufen einfach wirklich extrem, eben erst recht, wenn ich vom Roman ansonsten absolut begeistert bin. Na gut, ich glaube, der Katzen-Psycho Roman hätte auch noch so einige andere Schwächen… ^^
Ich verstehe einfach wirklich nicht, warum man sowas schreibt.
Ich als Leser möchte doch nicht genau die Fragen lesen, die ich selbst schon in meinem Kopf habe. Ein Autor muss seine Leser überraschen, muss sich Gedanken machen, wie er etwas rüber bringt und ich finde es enorm schade, wenn dann zu solchen, meiner Meinung nach, billigen Mitteln gegriffen wird. Klar, man kann auch einige Male in einem Roman eine Frage direkt aussprechen, mit der sich ein Charakter herum schlägt… Einfach, weil es sonst auch zu gewollt wirkt, diese Gedanken zu umgehen. Doch für meinen Geschmack ist es auf Dauer zu offensichtlich. Wir Leser sind nicht blöd. Oft ist uns schon klar, mit welchen inneren Konflikten sich die Charaktere herum schlagen. Es reicht, sie anzudeuten und wir werden wissen, was gemeint ist. Und ich werde meine Nase grinsend noch tiefer ins Buch stecken, weil ich den Einfallsreichtum des Autors bewundere, wie er es schafft, innere Gedanken und Emotionen rüber zu bringen, ohne sie auszusprechen… Wie war das, was sich immer alle entgegen rufen? Show, don´t tell?
Jaaaa, bitte! Bitte lasst euch etwas einfallen und gebt mir nicht permanent diese unausgereiften Gedanken der Charaktere wieder. Wenn wir Menschen denken, kommen in 90 Prozent der Fälle keine hochtrabenden oder eindruckmachenden Dinge dabei heraus. Was wir denken ist nicht im geringsten literarisch wertvoll, also bitte werft es mir nicht permanent um die Ohren.

Ja, das ist also mein Lese-Ärgernis. Und ja, vielleicht steigere ich mich da ein bisschen rein. Irgendwie kann ich mir mit Mühe sogar vorstellen, was man als Leser daran finden kann, doch es hilft einfach nichts…
Ich werde jedes Mal verrückt, wenn mir diese Fragehaufen begegnen – und muss doch einsehen, dass es die meisten nicht stört oder sie es sogar mögen. Allein gemessen daran, wie weit verbreitet es ist… So ist das beim Lesen: Das, was den Einen zur Weißglut bringt, worüber er flucht und schimpft, das ist dem Anderen vielleicht das Buch des Jahres^^
Wer hat schon das Recht, über die Qualität von etwas Geschriebenen allgemeingültig zu urteilen?
Richtig.
Ich natürlich. Und ihr. Wir alle jeder für sich. Das ist ja der Spaß daran^^

Deswegen also Leutchens, lasst mich gerne wissen, was ihr so von den Fragehaufen haltet! Ob ihr es ganz ähnlich seht, wie ich, oder aber ganz anders empfindet! Eine andere Sicht ist für mich immer eine Bereicherung 😉
Und vor allem gaaanz wichtig… Lasst mich von EUREM Lese-Ärgernis wissen! Denn ich glaube, jeder Leser hat so ein eigenes, ganz persönliches, übertriebenes und vielleicht auch irrationales Ärgernis, das ihn zur Weißglut bringt^^

Ich bin sehr gespannt!

Liebe Grüße von einer angehenden Autorin, die bei der Hitze stöhnen auf dem Sessel festklebt und darüber klagt, dass sie bei den Temperaturen so gar nicht schreiben, höchstens Lesen kann… Und sich dann auch noch ärgern muss… 😉

Eure Luna ❤

 

 

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23 Antworten auf „Über das Lese – Ärgernis

  1. Achja, Lese-Ärgernisse… Zugegebenermaßen habe ich da einige und dein Beispiel fällt auf jeden Fall darunter. Was mich oft am meisten stört, ist eine fehlende Variation bei der Sprache, als Beispiel bei Satzanfängen. Ich kriege beinahe innerliche Schmerzen, wenn ein Satz mit „Und“ beginnt. Oder mit „Dann“, auch ganz toll. Aus meiner Sicht ist sowas einfach nichts, was schwierig ist, zu korrigieren, auszubessern. Aber naja, da sage ich immer, jedem das seine. Ein komplexer Schreibstil beeindruckt mich sehr, vielleicht habe ich gar zu hohe Ansprüche? So oder so, ein sehr nachvollziehbarer Post! ^^

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    1. Ich muss sagen, ich bin da recht flexibel und kann vielen Stilen etwas abgewinnen. Ich liebe zwar auch das lyrisch-komplex-poetische, doch auch ein kühler und einfacher Schreibstil kann mir gefallen, wenn es denn gut gemacht ist. Alllerdings geht es mir gerade dabei oft ähnlich, wie dir… Denn gerade was deutsche moderne Literatur angeht scheint es manchmal so, als hätten weder Autoren, noch Leser eine ausreichende Aufmerksamkeitsspanne für einen komplexen ausgefeilten Schreibstil… Was zur Folge hat, dass Sätze drastisch gekürzt sind und die grammatikalische sowie sprachliche Abwechslung gegen Null geht… Was aber von der Presse enorm gelobt wird… Das tut mir dann auch enorm weh^^
      Und ich denke, es ist demnach sehr wichtig, wenn es immer wieder Leser gibt, die andere Ansprüche haben 😉
      Noch dazu, wenn sie selbst so wundervolle Sätze zaubern, wie du 😉

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  2. Diese Fragehaufen erinnern mich stilistisch immer an Aufsätze aus der achten Klasse. 😉
    Wobei ich stilistisch tatsächlich einiges verzeihe, mich stören viel mehr andere Dinge: Protagonisten mit Gedächtnisverlust, Antagonisten mit schlechter Kindheit, Ermittlerfiguren mit Alkohol- und Familienproblemen und ähnliche Dinge, die ich einfach nicht mehr ertrage. Ich meide fast gänzlich skandinavische Krimis, weil man dort immer die eben erwähnten Ermittlerfiguren findet. Das nervt mich ungemein!

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    1. Ooooh ja, haha du sagst es… Vor allem dieses Ermittler-Klichee zieht sich ja durch sämtliche Kanäle… Sehr beliebt sind ja auch Schuldgefühle, weil entweder die Tochter (tatsächlich fast immer Tochter), die Frau, oder aber direkt alle beide einem Anschlag zum Opfer fiehlen, der eigentlich dem Ermittler galt und von einem Bösewicht ausging, der dies als Rache wegen der Inhaftierung plante und nun natürlich auf der Flucht ist.
      Mensch, wenn wir beide uns mit unseren innovativen Ideen zusammen tun bekommen wir eine ganz Krimi-Reihe zusammen! 😉

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      1. Super Idee, ich bin dabei! 😉 Und wir nennen unser Werk: „Just another crime story“. Für den deutschen Buchmarkt versehen wir es dann noch – wie allgemein ja leider üblich – mit einem gänzlich bescheuerten und sinnfreien Untertitel, so etwas wie „Kommissar XY räumt auf“. 🙂

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  3. Hallo Luna, schaff dir einen Ventilator an. Hilft wirklich (mir zumindest).
    Was deine „Fragehäufen“ angeht: Sind sie nicht auch Dienst am Kunden? Eine Form der Zusammenfassung des bisher Geschehenen auf engem Raum? Ist es nicht so, dass nicht jeder ein Buch am Stück liest? Und er dann bei den Fragerunden wieder den Anschluss finden kann? Ist es nicht auch eine Art, den Leser persönlich anzureden? Ihm nahezukommen? Oder dienen Fragen im Text nicht auch als Ablenkung? Versucht der Autor, den Leser auf eine andere (falsche) Spur zu locken? Ist es nicht ein Kunststück, den Leser durch Fragen zu verwirren? Und bist du dir sicher, ob du wirklich schon alle Fragen gestellt hast? Vielleicht fehlt dir gerade die eine, von der der Autor will, dass du sie dir stellst?
    Und dann hoffe ich natürlich, dass im zweiten Buch auf dem Stapel auf deinem Foto sich die Fragen in Grenzen halten – ansonsten: Siehe oben.
    Grüße aus dem Urlaub, Nikolaus

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    1. Ach, ich musste doch nun gerade sehr herzlich lachen dank deines wunderschönen Kommentars^^
      Doch tatsächlich muss ich sagen, dass ich für mich persönlich die Fragen mit „Nein“ beantworten muss^^
      Ich meine, ich lege auch gerne mal ein Buch tatsächlich eine Woche oder manchmal auch etwas läänger aus der Hand, doch entweder merke ich mir, worum es geht oder überfliege es, doch dieses hilfsmittelchen brauche ichnicht zwingend 😉
      Was den Stapel angeht: Erstaunlich, dass du deines herausgefunden hast^^ Doch ich muss ja ganz ehrlich sagen, dass dieser Stapel ein wenig zusammen gemopst ist. Ich bin nämlich gerade gar nicht bei mir zuhause, sondern bei meinem Fraund und habe da einfach alle Bücher zusammen gesammelt, die ich finden konnte… Manchmal muss man eben mogeln… 😉
      Auch wenn ich doch sagen muss, dass mir die Fragen eine Spur zu dick aufgetragen sind… Wobei ich gerade bei dieser verzwickten Geschichte tatsächlich aber auch das Eine oder Andere Mal dankbar war, da sie doch eine Brücke geschlagen haben, die ich selbst nur schwer zusammen bekommen konnte^^
      Viel Freude im Urlaub wünscht dir die Luna, die zwar nicht vorm Ventilator hockt, aber ihre Füße in einer Wasserwanne badet 😉

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      1. Das ist sicher auch keine schlechte Idee. Und Urlaub ist eine feine Sache. Endlich komme ich dazu, all die Bücher zu lesen, die sich bei mir aufgestapelt haben. Um deinen Ärger mit den Lektüren etwas ernster zu nehmen: Du weißt ja, ich bin auch sehr intolerant. Mich kann schon ein „Als …“ am Kapitelanfang oder eine massive Häufung von „dass“- oder „zu“-Konstruktionen dazu bringen, das Buch für immer wegzulegen. Und als Freund einer gediegenen, manche sagen auch altmodischen, Sprache, habe ich es mit den so beliebten Drei-Wort-Sätzen mancher moderner Autoren schwer. Ich lese gerade „Die Dämonen“ von Heimito von Doderer – konnte der noch schreiben!

        Und mit einem hast du sicher recht: Romanfiguren sollten nicht so viel über ihr Tun nachdenken, sondern einfach handeln. Zuviel Retardierung ist der Tod eines Textes. Ich weiß das, denn ich habe diesen Fehler in meinem Roman „Aber ein Traum“ gemacht, in dem ich das Retardieren zum Gestaltungsprinzip erhoben habe (Musil konnte das auch sehr gut). Das will heutzutage nur keiner lesen. Aber mit endlosen Dialogen, Fragemonologen und zögerndem Nachdenken kann man so schön Seiten schinden, denn viele Leser denken beim Kauf: „Nur ein dickes Buch ist ein gutes Buch, da hat sich der Autor wenigstesn ein wenig angestrengt“ – dabei wissen wir, dass die hohe Kunst in der Beschränkung liegt. Und wer weiß, vielleicht war auch gar nicht der Autor schuld, sonder da hat das Lektorat mitgemischt; a la: „Du musst deine Figuren besser motivieren und erklären. Ihr Handeln muss dem Leser verständlich sein.“

        Und jetzt probiere ich meine neue Gartendusche aus!

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      2. Oh, so eine Gartendusche ist was feines^^ Ich hoffe ja, dass meine Haut nicht schrumpelig wird, bei dem ganzen Wasser, was ich mir ständig überall drüber kippe^^

        Dadurch, dass mein Einstieg in das eigentliche Lesen vorwiegend von Klassikern und „alter“ Literatur geprägt war, bin ich selbst definitiv auch dieser Sprache verfallen… Und freue mich immer wieder, wenn ich Autoren der Moderne lesen kann, die nicht alles, was wir uns über Jahrtausende in der Grammatik und Satzgestaltung angeeignet haben über den Haufen werfen und Satzkunstruktionen eines Grundschülers anstreben… was dann stets als „atmosphärisch kühle Sprache“, „abgeklärt“, „herb“ und „brachial“ beworben wird. Ich denke mir oft, dass es einfach nur einfallslos ist…
        Aber tatsächlich lässt sich für das Alte heute kaum noch Leserschaft finden… Es wird bei den Klassikern akzeptiert, doch wenn jemand einen Roman der Gegenwardsliteratur schreibt, dann doch auch bitte gegenwärtig…
        So kommt mir das in meiner kleinen subjektiven Welt zumindest oft vor^^

        Nun, und genau dieses Seiten schinden ist wohl das, was mich daran stört^^ Solche Passagen haben für mich selten einen wirklichen Nutzen, ich lerne kaum etwas daraus, was ich nicht sowieso schon weiß und werde ungeduldig, weil ich anfange, mich zu langweilen… Und ich denke, dass da manchmal ein Lektor vllt auch überambitioniert sein kann… Man sollte nicht jeden Gedanken immer zu jeder Zeit erklären, der Leser versteht vieles recht gut^^

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  4. Fragehaufen 😂 was für ein passender Begriff! Aber ich muss sagen, dass ich jene Haufen gelegentlich sogar mag. Das komm stark auf das Buch an, aber wenn man sich mit der Figur sehr gut identifizierten kann und ganz genau dasselbe denkt, dann finde ich das schön! Gut, bei einem Psychothriller ist das vermutlich sehr doppelt gemoppelt, weil ohnehin alles sehr beobachtend dargestellt wird. Und bei ganzen Absätzen voll rheorethischer Fragen wird es natürlich nervig!

    Mein Lese-Ärgernis entsteht allerdings trotzdem gelegentlich. Zum Beispiel wenn ein grandioses Buch gut endet, um Hauptsache ein „happy end“ zu haben. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich gute Enden hasse, aber wenn Bücher oder Filme gut (der Prinz heiratet die Prinzessin) enden, um die „Fans“ zu beunruhigen, würde ich das Buch am liebsten gegen die Wand pfeffern!🙈

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    1. Ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass es auch eine gute Identifikation mit dem Protagonisten schaffen kann, wenn man genau die gleichen Gedanken hat. Doch ich langweile mich dabei sehr schnell, wenn ich Gedanken lesen muss, die ich eins zu eins schon so in meinem Kopf habe^^

      Und oh ja, das ist wirklich ärgerlich!
      Genauso schlimm finde ich manchmal aber auch das Gegenteil… Wenn also ein schlechtes Ende hingezimmert wird, nur, um bloß kein gutes zu haben, weißt du, was ich meine? Oder wenn sich gedacht wird „Happy End ist öde, deshalb lass ich jemanden sterben“… sowas passt dann oft auch nicht richtig zusammen^^

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  5. Haha. Ich musste gleich am Anfang deines Textes an Show don’t tell denken. Ist schon berechtigt.
    Es gibt einfach unterschiedliche Leserschaften. Ich glaube, wenn man sich selbst mit Schreiben und. Schreibtechniken beschäftigt, wird man automatisch sensibel für solche Schwächen und kommt dann auch schwerer damit zurecht, wenn die Texte trotzdem erfolgreich sind.
    Mich stört es sehr, wenn eine Storry tausend Stränge aufmacht und diese sich dann im Nichts verlieren.

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    1. Ja, das stimmt, man setzt sich oft nochmal anders damit auseinander… Trotzdem darf man dabei eben nicht aus den Augen verlieren, dass nunmal jeder schreibt, wie er schreibt^^

      Das mit diesen tausenden Strängen nervt mich auch oft… Wobei es mir bisher nie wirklich bei Büchern vorkam, sondern besonders bei Filmen und Serien…^^

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  6. Oh je, wenn ich das hier alles so lese, werde ich ganz schön kleinlaut.

    Ich habe zwar nicht wirklich die Absicht ein großer Autor zu werden, aber ordentliche und ansprechende Texte zu schreiben, ist mir schon ein wichtiges Anliegen. –

    Tja, und da bemerke ich nun, dass ich wohl auch ab und an schon mehrere Fragen aneinender gereiht habe in meinen Einträgen und Aufsätzen, und das immer mal Sätze von mir mit einem „Und“ beginnen. Ich weiß auch, dass ich gern mal zu arg langen Sätzen neige (mich „stört“ aber auch Entsprechendes etwa bei Thomas Mann oder Charles Dickens nicht, diie ohne Zweifel Meister darin sind, lange Sätze zu konstruieren).

    Freilich gibt es auch Einiges, was imstrande ist, mir einen Text oder ein Buch zu verleiden. Und das sogar mitunter bei ansonsten anertkannten Autoren. So habe ich zu gestehen, dass ich ein in Literaturkreisen sehr geschätztes Werk wie „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ von Amos Oz (!!!), nachdem ich mich bis zur Hälfte durchgequält hatte, einfach nicht mehr weiterlesen konnte und wollte. Es war für mich schlicht totlangweilig – diese ewigen, langatmigen episodenartigen Beschreibungen von Abläufen und Personen ohne große Handlung …

    Auch Joseph Conrads „Lord Jim“ fand ich überaus „schwer verdaulich“. Wie man eine Geschichte mit soviel Potenzial derart langatmig und letztlich verwirrend zu schreiben vermag, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben.

    Manches wird freilich auch eine Geschmacksfrage sein …

    Zu lernen habe ich mich während der letzten Jahre vor allem bemüht, so oft wie nur möglich in der „ich-Form“ zu schreiben und nicht in ein „man“ zu verfallen. Außerdem strebe ich immerhin an, meine Sätze nicht (mehr) gar so lang werden zu lassen.

    Sprache für sich ist schon eine anspruchsvolle Materie – Stil, der gefallen möchte, noch eine anspruchsvollere, glaube ich.

    Ganz liebe Grüße an Dich, liebe Luna! ❤

    (P.S.: – Bitte fühle Dich NICHT gedrängt, wenn ich hier am Rande mal nachfrage, ob meine "Mammutpost" bei Dir angekommen ist – ich frage nur deshalb, weil gerade längere Mails von mir da und dort auch schon mal im Spamordner gelandet sind …)

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    1. Ich glaube, mir ist noch nie eine einzige Frage negativ bei dir aufgefallen, da sie immer auf eine sehr intelligente Art geschrieben sind, wie ich finde. Es war nie so ein plattes und offensichtliches Vorgehen, insofern sei beruhigt 😉

      Und auch was deine Satzlänge angeht, lass dich nicht beirren, im Gegenteil! Ich finde es schrecklich, wie oft es in moderner Literatur zu heißen scheint, man muss die Sätze möglichst kurz halten… Was gut sein kann, doch oft geht auch viel dabei verloren^^
      Und ich kene es auch dass man Bücher oder Autoren liest, die enorm gefeiert werden, doch man selbst nur so mittelprächtig begeistert ist… Es ist eben bei jedem anders^^
      Deswegen lass dich bloß nicht von deiner Art zu schreiben abbringen 😉

      Ich gruße dich auch ganz lieb!

      Und ja,die Mail ist angekommen und Fragmente der Antwort bestehen;)

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  7. Persönlich habe ich nicht wirklich was gegen Fragehaufen. Ich verstehe, wie man sich drüber aufregend kann, wenn es fragen sind, die sich echt schon jeder stellt (wie: Wer ist der Mörder?), aber bei Fragen, über die wir Leser vielleicht noch gar nicht nachgedacht haben (wie: Wieso hat sie mich nicht angesehen, als sie mir erzählt hat, wo sie gestern Nacht war? – Aha, sie lügt!) finde ich sowas schon ganz okay, auch wenn es mehrere Fragen auf einmal sind. Auch wenn die Figur dadurch so richtig schön verzweifelt rüberkommt, genieße ich das irgendwie 😉
    Mein Lese-Ärgernis ist, wenn eine Erzählerin oder ein Erzähler jede Bewegung von jemand anderem zu Tode analysiert und gleich weiß, was die Person wohl dabei denkt. Sowas wie: Ich wusste, dass er lieber bei seiner Großmutter sein würde als bei mir, da er immer wieder auf das Armband schielte, das sie ihm geflochten hatte. Okay, das ist ein komisches von mir selbst ausgedachtes Beispiel 😉 Das ist auch mal wieder gegen die Regel Show don’t tell und vor allem ist es Show + Tell und total überflüssig. Oder so Beschreibungen wie: Sie sah aus, wie eine Person, die sich alles genau merkte, was man sagte, um es einem dann Wochen später an den Kopf zu werden. (okay, wieder komisches Beispiel ;)) Sowas hasse ich! Wie sieht denn so eine Person bitte aus? Wenn es eine Figur gibt, die total gut Leute durchschaut – okay. Aber ich hab schon Bücher gelesen mit mehreren Perspektiven, in dem jede einzelne Figur egal wie alt die total krasse Menschenkenntnis hatte. Das nervt mich immer total. Und noch ein Ärgernis, das ich bei dem letzten Buch, das ich gelesen habe, hatte: Metapher nach Metapher nach Metapher, bis man gar nicht mehr weiß, was eigentlich passiert. Und dann teils so weit hergeholte Metaphern, dass ich es drei Mal lesen musste, um zu verstehen.
    Also ich könnte für immer weitermachen 😉 Wenn die Handlung spannend ist, würde ich bei sowas aber trotzdem weiterlesen. Abbrechen tue ich Bücher wegen thematischen Sachen, die bei mir einen Nerv treffen. Oder wenn es super gruselig ist. (Manchmal verbanne ich das Buch dann auch erstmal in einen anderen Raum, bis ich nicht mehr alleine zu Hause bin und dann lese ich es weiter ;)).

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    1. Na, da war ja einigas angestaut in dir^^ 😉
      Was das mit diesem Analysieren der Mitmenschen angeht… Sofern es von einem auktorialen Erzähler unternommen wird, habe ich gar nich gegen und liebe es teilweise sogar! Doch wenn sich die Charaktere selbst ständig solche Gedanken machen und ihr Umfeld wie ein Psychoanalytiker anschauen, dann ist das echt anstrengend… -.-
      Ja, und auch Metaphern sollten in Maßen eingesetzt werden^^
      Aber Bücher abbrechen ist auch nicht mein Ding. Wenn überhaupt lege ich es wütend zur Seite, strafe es mit Nichtachtung und komme eine Woche später darauf zurück, in der Hoffnung, dass es seine Lektion gelernt hat 😉

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  8. Am Ende ist es eh Geschmackssache. – Ich glaube auch, was den Stil von Geschriebenem angeht, bin ich ziemlich offen. Mir geht es da eher wie dem sternflüsterer – durch manches quält man sich hindurch, bei mir war es Joseph von Eichendorff. Da bin ich zu Uni- Zeiten selten weiter als drei Reclam- Seiten gekommen und sollte das ganze Heft binnen einer Woche….
    Fragehaufen sehe ich auch durchaus als Angebot an die Schräg- Leser. Und (!) wenn die Fragen nicht allzu dämlich sind – warum nicht? Zu dem Buch, daß Dich so aufgeregt hat: Kinder und Tiere – geht immer! 🙂

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    1. offen sollte man auch auf jeden Fall immer sein^^
      Ich lese sehr gerne sehr verschiedene Schreibstile, das ist natürlich immer bereichernd. Und Ein paar Fragehaufen können mir ein Buch auch nicht endgültig vermiesen, da braucht es schon etwas mehr 😉
      Danke fürs Vorbeikommen 🙂

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  9. Geteiltes Leid ist halbes Leid, würde mein Vater jetzt sagen, denn so wie dir geht mir das auch das eine oder andere mal! Manchmal stört mich dieser Fragenhaufen nicht wirklich, aber ab und an, wenn es eigentlich gerade spannend wird beim Lesen und so etwas kommt, macht es keinen Spaß und die Stimmungskurve wird mehr oder weniger zu Nichte gemacht.
    Wirklich Gedanken darüber habe ich mir bis jetzt aber nicht gemacht. Ich habe aber auch erst seit Januar/Februar, wieder mit dem aus Spaß Lesen angefangen, davor waren das halt immer nur „alte deutsche Schinken“ für die Unikurse. Die wir dann in den Seminaren mehr oder weniger zerpflückt/analysiert haben, dass mir dann so ein Fragenhaufe einfach nur als stilistisches Hilfsmittel im Hinterkopf bleibt und ich mir denke, „der Autor wird schon wissen was er damit bezweckt“. XD (Die Sünden eines Literaturstudenten! Irgendwann resigniert man bei solchen Sachen und ignoriert sie gekonnt… xDDD)

    Nichts destotrotz kann ich deine Verzweiflung und das du dich über sowas arg ärgerst durchaus verstehen! Man liest das Buch ja schließlich selbst aufmerksam, ohne das man diesen Fingerzeig vom Autoren brauch, was für Fragen er stellt und dem Leser versucht nahe zu bringen.

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