Rezension: Nikolaus Klammer – Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren Teil 2

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+++Rezensionsexemplar+++

Hey ihr Leseratten!

So, nun kommt hier etwas, was schon längst fällig war, doch im ganzen Umzugs- und Ausbildungsstress untergegangen ist!

Vor einer Weile begann ich den auf 5 Teile ausgelegten Dr. Geltsamer vom sich selbst verlegenden Nikolaus Klammer, über den ich auf seinem Blog gestolpert bin und mich einfach nicht von dem sympathischen Kerl los reißen konnte!
Somit lockte er mich schließlich mit dieser Reihe aus der Reserve und ich war einfach viel zu neugierig, als dass ich das Buch hätte nicht lesen können. Die Klappentexte versprachen eine vielschichtige, verworren phantastische Geschichte – und wenn ich spoilern darf: ich wurde nicht enttäuscht.
Zum ersten Teil gab es hier schon eine Rezension, nun folgt also endlich der zweite!

Inhalt

Für alle, die erst jetzt einsteigen und auch für die Vergesslichen unter euch: Hier eine kleine Zusammenfassung 😉
Der etwas selbstgefällige Autor Nikolaus Klammer entdeckt beim Spazieren durch seine Heimatstadt im Schaufenster eines merkwürdigen und ihm unbekannten Buchladens einen Roman mit dem Titel „Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren“, dessen Autor niemand geringeres, als er selbst sein soll. Der einzige Haken: Er hat ein solches Buch nie geschrieben.
Irritiert kauft er das Buch und beginnt darin zu lesen – und muss feststellen, dass dieser Roman kein gewöhnliches Buch ist! Der dicke Wälzer scheint etwas magisches an sich zu haben, doch vor allem scheint er direkt mit dem Leben Klammers und seiner Familie auf gefährliche Weise verbunden zu sein! Es beginnt eine atemlose Buch-in-Buch-Geschichte.

Im ersten Teil folgen wir den spannenden und meiner Meinung nach grandiosen Tagebuchaufzeichnungen der Ärztin Dr. Elena Kuiper, die in den 1920ern Teil einer Tropenexpedition ist. Die Männer der Expedition verlieren alle auf rätselhafte Weise ihren Verstand und schließlich werden sie von einem noch rätselhafteren Frauenklan entführt.
Nachdem sich ihr Schicksal im ersten Band nicht aufklärt, steht Klammer im zweiten Band nun vor einer neuen Herausforderung. Die Angst um seine Tochter, die wohl in ernster Gefahr zu sein scheint, sowie das Vermuten einer tiefgreifenden Verschwörung lassen ihn beihnahe den Verstand verlieren – doch natürlich greift er wieder zum Buch und liest weiter.
Im zweiten Teil nun wird die Geschichte von Sebastian Kerr erzählt, des Großvaters von Klammer, welcher sich Ende der 1920er Jahre ins brodelnde Berlin begibt, um dort, ganz nach seinem Vorbild Brecht, ein berühmter Schriftsteller zu werden. Dort Rutscht er in einen undurchsichtigen Kampf gegen eine Geheimorganisation hinein, welche offenbar in der Gegenward Klammers Familie bedroht.

Meine Meinung

Der erste Teil hat mich ja regelrecht euphorisch werden lassen! Ich war begeistert von Klammers feinen Humor, von seiner Art, zu schreiben (ich liebe lange und wohlformulierte Sätze!) und war beeindruckt davon, wie man sich ein derart verworrenes Werk erdenken kann. Denn genau das ist es. Selbst jetzt im zweiten Teil tappt man als Leser hilflos im ahnungslosen und hat doch immernoch mehr Fragen als Antworten im Kopf. Es ist eine Reihe, die wundervoll mit den Genres spielt, beinahe dahin tänzelt und den Leser durch einen Dschungel der Phantastik, Verschwörungen und Rätseleien manövriert. Und im Zentrum dieses magisch anmutende Buch, die ganze Konzeption und der Aufbau der Reihe, ja, das ist einfach immernoch etwas, was mich total in seinen Bann gezogen hat.
Doch wie es beinahe kommen musste (Vllt lese ich deshalb so ungern Reihen?), der zweite Teil hat mich bei Weitem nicht so sehr überzeugt, wie der erste. Ich habe lange überlegt, woran das lag. Wirklich lang. Denn der Witz, die Leichtigkeit, der Aufbau, die Spannung, die Dramatik, das Verworrene, all das hat ja in keinster Weise nachgelassen.
Dennoch muss ich einfach sagen, dass mich das Buch nicht wirklich berührt hat.
Und ich habe zwei Ursachen gefunden:
Wie nun mehrfach betont, das Buch ist wirklich sehr verworren, voller Rätsel und Vermutungen, denn weder Nikolaus Klammer, noch Sebastian Kerr haben den leisesten Schimmer, was da gerade vor sich geht. Das war ja im ersten Teil mit Elena Kuiper nicht anders. Aber etwas war eben doch anders: Man bekam nicht andauernd unter die Nase gehalten, wie sehr sich der Protagonist wundert. Kennt ihr das? Wenn eine Romanfigur in einer verzwickten Lage ist und sich ständig fragt, was gerade vor sich geht? Ein paar mal ist das ja vollkommen gerechtfertigt, doch es ermüdete mich, schlichtweg ständig jedem einzelnen Gedankengang der Figuren folgen zu müssen, zumal sie derart offensichtlich waren, dass sie nicht mehr ausgesprochen werden mussten. Überspitzt gesagt ganz nach dem Motto Person A brüllt Person B an, dass A es doof findet, dass B nie den Abwasch macht und man dann den inneren Monolog von B lesen muss, dass er glaubt, A sei böse auf ihn, weil er ja nie abwäscht. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob dieser Vergleich Sinn macht, doch irgendwie fühlt es sich einfach so an.
Ich bin was das angeht auch wirklich enorm empfindlich und ungewuldig, aber ich hasse es einfach, wenn ich ständig Offensichtlichkeiten lesen muss bzw wenn der Protagonist sämtliche Fakten zusammen fasst und ein Resümee zieht, dass man selbst schon lange gezogen hat, wohl aus angst, der Leser könnte etwas nicht verstanden haben. Sorry, aber ganz so doof sind wir auch wieder nicht 😉
Und der zweite Punkt: Ich fand den Roman im Roman schlichtweg nicht so ansprechend. Die Geschichte um Sebastian Kerr hat mich keineswegs ergriffen, vielleicht war es mir zu viel Klischee. Mir ist bewusst, dass auf Klischees abgezielt wurde und gewissermaßen ging es auch darum, dennoch hat es mich etwas unbeteiligt zurück gelassen. Die Figuren waren mir mehr oder weniger egal. Tatsächlich hat es mich erst wieder ergriffen, als eine Person aus dem ersten Teil wieder auftauchte… (Aber ich nenne keine Namen 😉 )

Resümee

Nun, wie gesagt, so ganz gepackt hat mich dieser Teil nicht, wenngleich die Geschichte dahinter spannend wie zuvor bleibt. Das ist auch der Grund, weshalb ich mich definitiv auf den vor kurzem erschienenen dritten Band freue und die Reihe definitiv bis zum bitteren Ende lesen werde, denn ich gebe zu, ich bin ein wenig süchtig geworden 😉 Denn nach wie vor stehe ich absolut hinter dieser Geschichte und bin einfach gespannt wie ein Flitzebogen, wie es weiter geht!
Auuuußerdem: Die Chancen stehen sehr gut, dass die Personen aus Band 1 weiterhin dabei bleiben, und ich hab die einfach dermaßen ins Herz geschlossen, dass ich glaube, es kann nur noch bergauf gehen 😉

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Autor: Nikolaus Klammer
Titel: Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren – Die Hyänen von Berlin
ISBN: 978-3-7450-1819-6
Seitenzahl: 229
Erhältlich als: Kindle (1,99 Euro)
Taschenbuch (8,99 Euro)
Bei: epubli
amazon
eigentlich überall im Handel^^

Na dann
wünscht euch allen einen wundervollen Tag
die Luna ❤

2 Antworten auf „Rezension: Nikolaus Klammer – Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren Teil 2

  1. Das ging ja jetzt doch sehr flott! Liebe Luna, ich danke dir herzlich für deine Rezension zum 2. Roman meiner Geltsamer-Trilogie; auch wenn sich meine Befürchtung, dass er dir nicht so gut wie der erste Teil gefallen hat, wahr geworden ist. Immerhin habe ich dir nicht die Lust verdorben, auch die nächsten Teile zu lesen. Aber vielleicht gelingt mir das ja mit dem 3. Roman … ,)

    Drei Anmerkungen – aber die bleiben unter uns: Die Hauptfigur Sebastian Kerr, ist im Gegensatz zu dem Nikolaus Klammer des Buchs autobiografisch. Alle Angaben zu seiner Herkunft und seinen Lebensumständen stimmen; sogar sein Geburtsdatum und seine Reise nach Berlin, um dort Erfolg als Dichter zu haben. Ich habe Sebastian nur 60 Jahre älter gemacht als mich. Vielleicht ist mir die Figur deshalb etwas aus den Händen geglitten.

    In der Geschichte wird von zwei Frauen erzählt, deren Kochkünste grauenvoll seien. Vielleicht ist es ja möglich, dass die beiden ein und die selbe Person sind? Aber ich will dir nicht das Denken mit meinen Fragen abnehmen.

    Verena Salva aus dem Buch führt übrigens tatsächlich eine Internetseite: https://rosmarinkatze.wordpress.com/
    Es ist aber noch nie ein Leser des Geltsamer-Romans auf die Idee gekommen, sie zu besuchen.

    Aber jetzt setze ich mich wieder in die Sonne.

    Herzliche Grüße, Nikolaus

    Liken

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