Der Autor, der sich selbst kennt…

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Ahoi meine Lieben!
2019 ist nun schon einen ganzen Monat alt, doch für mich fängt es wohl jetzt erst richtig an. Mal wieder ein Zeichen dafür, dass unser Leben nur bedingt mit dem kalendarischen Rhytmus zusammen hängt^^
Nun, bei mir lag es vorallem daran, dass ich seit November immer wieder krank bin und mich so ein bisschen durch die Gegend schleppe… So kam es, dass ich meine zwei Urlaubswochen im januar komplett aus der Bahn geworfen im Bett verbrachte… Und das hat einige Gedanken angestoßen….
Manchmal will man vielleicht einfach zu viel… Möchte perfekt in der Ausbildung sein, alles richtig machen, so viel lernen, wie möglich, sich eine breite Pallette an Zusatzwissen aneignen, möchte regelmäßig den Freund sehen, der leider 3,5 Stunden entfernt wohnt, möchte die Freunde besuchen, die ebendso verstreut in aller Landen sind, möchte sich in der neuen Stadt einleben, möchte sich politisch bilden, möchte sich generell über so viel bilden, was interessiert… Und möchte gleichzeitig alles lesen, was es zu lesen gibt und vorallem möchte man endlich diesen Verdammten Roman auf Papier bringen, der einem auf der Seele brennt!
Alles in allem wohl doch etwas viel. Also kurz die Stop-Taste drücken. Durchatmen. Orientieren.
Neustarten.
Innerhalb diesen ganzen Prozesses ist mir etwas aufgefallen: Dieser knifflige Zusammenhang von Schreiben und Identität.
Ich schreibe, also bin ich! – so, oder so ähnlich^^
Für die Seelchen unter euch, die sich dem Schreiben – oder jeder anderen Form künstlerischen Ausdrucks- verbunden fühlen, dürften dies vertraute Gedanken sein. Man schreibt, um sich selbst näher zu sein. Um sich kennen zu lernen. Um jede Niesche der eigenen Seele zu erkunden, sich mit jedem Dämon, der einem begenet, anzufreunden und ein nettes Schwätzchen zu halten. Man wächst mit sich.
Irgendwann merkt man aber vielleicht, dass man ein kleines bisschen falsch abgebogen ist. Vielleicht ist „falsch abbiegen“ nicht der richtige Ausdruck dafür. Man hat sich schlichtweg verrannt. War ein bisschen neben sich, hat etwas übersehen.
Und dann merkt man, dass eines unmöglich ist: Weiter zu schreiben, ohne sich selbst zu kennen.
Ich meine, natürlich kann man schreiben, auch, wenn man gerade nicht ganz bei sich ist. Oft entstehen genau aus diesem Gefühl auch die besten Texte. Doch irgendwo sollte man seinen Zustand reflektieren können.
Denn befindet man sich in einem Ruhelosen Zustand, ist man heimatlos in sich und schreibt dennoch weiter, als wäre nichts… nun ich glaube, das man dies dem Text einfach anmerkt. Er ist dann nicht Rund. Er ist nicht das, was er sein sollte.
Ich glaube, ein Autor, der eine wirklich gute Geschichte schreibt, der muss gefestigt sein. Ich meine damit nicht, dass er keine Zerissenheit in sich tragen darf, dass sich keine Abgründe in seiner Seele befinden dürfen. Ich meine, dass er diese Abgründe kennen muss. Er muss wissen, wer er ist.
Man muss ein Erzähler sein, der sich absolut dessen sicher ist, was er tut. Man muss die Leser durch das Dickicht einer Geschichte führen, dabei mit entschlossenem Schritt voraus gehen und einen festen Blick auf das richten, wo es hingehen soll. Man muss ein selbstbewusster Abenteurer sein. Genau. Selbstbewusst. Also sich seiner Selbst bewusst!
So viele Worte möchte ich nun gar nicht mehr verwenden. Draußen ist ein diesiges Schmuddelschneewetter. Genau richtig, um aus dem Fenster zu sehen, sich über die warme Heizung und den heißen Tee zu freuen…
Herzensgrüße von
eurer Luna ❤

8 Antworten auf „Der Autor, der sich selbst kennt…

  1. ** Dies ist ein Platzhalter ** Ich werde in Kürze einen Kommentar schreiben, aber im Moment kämpfe ich mit einer Erkältung, die sich wie ein Vampir aus ihrem Gruft erhoben hat, in der ich sie endgültig begraben wähnte. Ich habe momentan das Gefühl, ich habe keine Gedanken mehr im Kopf, sondern nur noch Rotz.😢 Danke übrigens für die vielen „Gefällt mir“ für meine Erzählung. Genieße den Tag. Nikolaus

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    1. Oh je, das klingt ja ganz mies! Da danke ich dir aber trotzdem für deine Mühe, mir diese Zeilen zu tippen 😉
      Nun, da es mir nunmal gefällt^^ Bin schon gespannt, wie es weiter geht 🙂
      Gute Besserung!

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  2. Während ich las, musste ich breiter und breiter grinsen – einfach weil deine Beobachtung so wahr ist. Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, aber je selbstbewusster ich geworden bin, bzw. je besser ich mich kennengelernt habe, desto besser und tiefgründiger kann ich schreiben. Das nächste Mal wenn ich also eine Schreibkrise habe, sollte ich also bloß ein wenig meditieren oder einen reflektierenden Spaziergang machen. Gut zu wissen. Danke für diese Einsicht! 😘 (und gute Besserung 😷)

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  3. (WP hat mir irgendwie deine Beiträge nicht angezeigt… :‘( Deswegen kommt der Kommentar hier mega spät!)
    Das hast du sehr schön beschrieben!
    Ich kann dir in allen Punkten nur beipflichten und erkenne mich in deinem Ausdruck „man muss sich seiner Selbst bewusst sein“ wieder. Oft habe ich auch das Gefühl, dass ich mich um besser schreiben zu können mich selber besser kennen sollte. Leider ist das nicht der Fall und jedes Mal, wenn ich auf einen dieser kleinen „Selbstfindungstrips“ gehen will, stellt mir jemand riesen große Steine in den Weg.
    Nichtsdestotrotz schreibe ich weiter und merke, das mit jedem Satz den ich aufs Papier bringe mir ein Stück näher komme. Zumindest irgendwie. Wenn ich schreibe kann ich meine Gefühle ausdrücken wie ich sie will und muss nicht andauernd daran denken wie der Gegenüber es auffassen könnte oder was jemand anders über mein Geschriebenes denkt oder von mir denkt. Mir hilft darüber hinaus noch einen langen Spaziergang zu machen, auch wenn es scheußliches Wetter draußen ist. Einfach raus aus der „gewohnten“ und vielleicht auch deprimierenden Umgebung tut mir zumindest gut. Es muss auch nicht lange sein. Eine knappe halbe Stunde abschalten und alles andere ausblenden reicht schon und ich bin mir wieder ein Stück näher. Auch denke ich dann danach oft, dass es egal ist, dass ich mich heute nur um eine wichtige Sache gekümmert habe. Manchmal reicht die Energie nur für eine Sache aus und das wars. Aber das sollte nicht schlimmes sein, denn jeder noch so kleine produktive Schritt nach vorne, ist irgendwann ein riesen großer Schritt in die richtige Richtung.
    So, bevor ich weiter hier herum philosophiere werde ich mal deinen anderen Beiträgen einen Besuch abstatten. 🙂 Ansonsten hoffe ich es geht dir wieder besser und du bist diese doofe Erkältung (oder was auch immer es war los). Und das du auch sonst alles einen Gang langsamer angehst. 😀

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    1. wie schön, dass du dich trotzdem hierher gefunden hast^^
      es ist wirklich verrückt, einerseits tut man gut daran, sich zu kennen, bevor msan schreibt, andererseits kann man sich durch fast nichts so gut kennen lernen, wie beim schreiben. das ist auch ein grund, weshalb ich bei menschen, die ich kenennlerne, am liebsten immer eine geschichte von hnen lesen würde – ob sie schreiben, oder nicht. es sagt so viel aus, wie jemand seine welt wahrnimmt, wenn er sie in die worte einer geschichte fasst.#und ja, ich stimme dir zu, man ist frei. ich glaube auf dem papier bin ich sogar freier als in gedanken. wie oft ist in mir eine luna mit verschränkten armen, die sagt „das denkt man aber nicht!“ selbstzensur zählt zu den größten übeln der Gesellschaft… aber wenn man schreibt kann man sich davon befreien. zur not lässt man es jemand anderen sagen und am ende des textes weiß man ganz genau „das bin alles ich. und das ist okay“

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