Vielleicht ein bisschen eigennützig

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Hey ihr Lieben!

Mein Bücherregal ist eine Katastrophe. Heißt: Nachts nicht schlafen können, weil die ganze Zeit Bücher laut mit ihren Seiten Rascheln und ihre Einbände zuklappen, um endlich erhört und gelesen zu werden… Und doch hat die Luna mal wieder diesen Fehler begangen und ein Buch gekauft… Nein, sogar zwei!

Der dritte Teil von „Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren“ von Nikolaus Klammer, sowie „Seemond“ von Josef Ambrosch.
Sehr unterschiedliche Werke. Der Geltsamer eine Genre Mischung aus Fantasy, Krimi und sonstwas, wo schwindelerregend mit Realitäten und Verschwörungstheorien um sich geworfen wird ( hier geht es übrigens zur Leseempfehlung vom ersten Teil), während Seemond ein kleiner feiner Gedichtband mit wunderschönen Beobachtungen und Gedanken ist…

Eines haben die beiden jedoch gemeinsam: Sie sind im Selbstverlag erschienen! Da steht also kein teurer Lektor dahinter, kein Agent, der den Vertrag für die Millionen herausgeschlagen hat… Kein Verleger, niemand, der den Satz vorgenommen hat und auch kein studierter Grafiker. Jeder Schritt, der zur Veröffentlichung eines Buches notwendig ist, wurde selbst durchgeführt. Und man muss sich leider das Bild des von Tag bis Nacht aktiven Künstlers aus dem Kopf schlagen, denn all das geschieht in der so spärlichen Freizeit neben der Ausübung des Brotberufes…!

Das ist eine enorme Leistung. Natürlich ist dabei nicht davon auszugehen, dass alles perfekt ist. Da können Rechtschreibfehler auftreten, ein ungünstiger Satz, vielleicht auch manchmal Ungereimtheiten im Satzbau und auch das Cover wird in den meisten Fällen nicht hochproffessionell aussehen können… zum Einen, da man als Leihe oft nicht die Möglichkeiten hat, aber auch weil für den Leser bezahlbare Möglichkeiten im Selbstverlag doch eher beschränkt sind.

Doch da sind Menschen, die einen brennenden Traum in sich tragen, die ihre Leidenschaft ausleben und Stunden um Stunden damit verbringen. Und man kann es auch drauf haben, wenn man es nicht zu Fischer und Co geschafft hat…

Übrigens habe ich etwas vergessen! (Okay, nicht vergessen, der Dramaturgie wegen wollte ich es extra hier platzieren) Das Marketing! Auch das liegt nämlich in den Händen des Selfpublishers… Da hat man sich also schon Monate oder Jahre an Formulierungen die Zähne ausgebissen, hat beim Buchsatz die ersten grauen Haare bekommen, musste beim Cover designen feststellen, dass man farbenblind ist… Nur um dann am Ende, wenn alles endlich geschafft ist, zu merken, dass das ja niemanden interessiert. Zumindest nicht in dem Maße, wie es den Arbeitsaufwand entschädigen würde.

Da frage ich mich, warum liest man hier auf all den Bücherblogs und Rezensionsportalen immer nur Meinungen über diese ganzen Bestseller, die uns doch sowieso von allen Schaufenstern und Bücherregalen aus anstarren? Muss es die zwanzigtausenste Rezension von Tyll geben? Ach stimmt, den hatte ich ja auch rezensiert… Verdammt…
Aber ihr wisst wohl, was ich meine?
Sollte man nicht versuchen, ein bisschen mehr Fokus auf die zu werfen, die kaum eine Stimme auf dem Markt haben?

Deswegen also an alle die, die ihr lest: Schaut doch einfach mal nach Indie-Autoren, die Genres beschreiben, die euch gefallen. Das Geld wird niemals falsch investiert sein. 😉

Auf die beiden Anlass gebenden Bücher werde ich in separaten Artikeln noch eingehen. Bis dahin könnt ihr ja schon mal ihre Blogs unsicher machen!

Nikolaus Klammer hat den seinen ganz frisch renoviert und so findet ihr nun spielend leicht kleinere und größere Arbeitsproben, sowie wundervolle Anekdoten aus dem Alltag.

Josef Ambrosch entführt euch mit wundervollen Gedichten und Zeilen täglich in die wundervolle Welt der Worte und Gefühle… Und gibt euch dabei zeitgleich perfekt die Möglichkeit, abzuwägen, ob so ein kleines feines Büchlein nicht vielleicht doch etwas für euer Regal wäre 😉

So, nun komme ich aber endlich mal zum Ende!
Ach, und solltet ihr euch nun fragen, warum diese Werbung hier eigennützig gewesen sein soll? Weil ich natürlich barrenweise Gold zum Lohn erhalte.
Nein, selbstverständlich quatsch… 😉
Doch ich sag mal so… Wie könnte ein Aufruf, den Mut zu haben, auch von Selfpublischern zu kaufen, nicht eigennützig sein, wenn ich selbst nicht ausschließen kann, in irgendeiner Zukunft darauf zurückgreifen zu müssen… 😉

In diesem Sinne,
genießt die restliche Sonne des Tages!

Eure Luna ❤

9 Antworten auf „Vielleicht ein bisschen eigennützig

  1. Das Ende des Beitrags macht mich jetzt irgendwie neugierig. 😉 Außerdem erinnert er, also der Beitrag, mich daran, dass ich immer noch nicht „Tyll“ gelesen habe …

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  2. Liebe Luna,
    als Selfpublisher kann ich nur sagen: Danke!
    Seit ich selbst Bücher veröffentlicht habe, fällt mir erst so richtig auf, wie eintönig Buchblogs sind. Überall werden die selben Bücher (die oft sowieso schon auf den Bestseller Listen sind) rezensiert. Natürlich sind das oft richtig gute Bücher. Und natürlich gibt es bei Selfpublishing-Werken gelegentlich Rechtschreibfehler oder kein so atemberaubendes Cover. Aber das macht sie ja nicht zu schlechten Büchern!

    Und ich drücke dir die Daumen für deine eigene „Veröffentlichungsreise“! Auch wenn es scheint, dass sich die ganze Welt gegen dich verschworen hat – gib nicht auf, es lohnt sich!
    Viele Grüße
    Felicitas

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Felicitas… mal wieder eine späte Antwort^^
      Wie schaffen das nur alle neben dem Beruf so regelmäßig zu Bloggen^^
      Aber es stimmt, sobald man selbst erstmal den Markt der Selfpublisher wahrgenommen hat, merkt man, wie wenig es außerhalb dieses Kosmos stattfindet…
      Es ist aber auch wirklich schwierig, sich auf diesem ungefilterten Markt zurecht zu finden… habe mir selbst vorgenommen, mehr aus diesem Bereich zu verschenken… Doch da muss man eben auch ganz gezielt suchen…

      Ganz liebe Grüße^^

      Gefällt 1 Person

      1. Liebe Luna,
        manchmal (also ständig) frage ich mich auch, wie Menschen das alles schaffen. Mit Arbeit/Schule, Leben, Freundeskreis, Haushalt, Bloggen, Schreiben. Dann fällt mir auf, dass ich auch noch 2 Pflegepferde habe und dass ich offensichtlich organisierter bin, als ich denke. Und dass mein Freund den Haushalt alleine schmeißt. Und dass ich meine Freunde vernachlässige. Und meinen Blog auch. Und zu wenig schlafe. Und zu ungesund esse … Ähm ja, noch Fragen?
        Also deine Antwort kommt genau richtig! 🙂
        Das stimmt, der Selfpublishing-Markt wirkt sehr ungefiltert. Weil er einfach weniger gezielt beworben wird. Und alle nur ein bisschen schreien, aber niemals so laut wie die großen Verlage. Umso schöner, dass du dir die Mühe machst, passende Bücher zum Verschenken zu suchen!
        Ganz liebe Grüße
        Felicitas

        Gefällt 1 Person

  3. Das ist ja eine schöne Überraschung, liebe Luna. Ich saß gerade vor meiner morgendlichen Tasse Kaffee und wischte mich auf meinem Smartphone traumversonnen und gedankenverloren durchs Internet, als ich auf deinen Artikel stieß und die Sonne für mich ein weiteres Mal aufging und meine, nun, nennen wir sie mal: amorphe Laune verbesserte. Also rieb ich mir die letzten Körner Schlaf aus den Augenwinkeln, schüttete den inzwischen kalt gewordenen Kaffee hinunter und stürzte an meinen PC.
    Ich danke dir für diese unerwartete und unverhoffte Werbung, die – das möchte ich gleich betonen – weder abgesprochen noch irgendwie von mir intendiert war. Dass du den 3. Geltsamer-Teil erworben hast, habe ich mir schon beinahe gedacht (Dein Bucherwerb war übrigens bisher der einzige Verkauf eines Romans von mir in diesem Jahr); wie ich sehen, macht er sich gut in deinem Regal und ich hoffe, der Roman spricht dich ebenso an wie die Vorgängerbände. Ich hoffe, die Rechtschreibfehler halten sich in Grenzen.
    „Selfpublishing“ gehört in der Regel zu den sichersten Arten, zu verhungern und Bücher auf diese Weise unters Volk zu bringen, ist eine moderne Variante des Masochismus. Es ist eindeutig ein Minusgeschäft. Allein die Herstellungskosten eines Buches betragen bei mir durchschnittlich 8 €, von den vielen Arbeitsstunden (ich arbeite ein bis zwei Jahre an einem Band) will ich schweigen. Der Erlös in Barem beträgt pro Band weniger als einen € und von den E-Books will ich hier erst gar nicht reden. Das soll jetzt keine Klage, sondern nur eine Feststellung sein. Trotzdem werden die Händlerseiten von uns sogennannten „Selfpublishern“ überschwemmt und deshalb ist es für einen interessierten Leser nahezu unmöglich, die Perlen unter dem Saufraß zu finden. Ein verlässlicher Führer durch die labyrinthische Welt der Eigenverleger wäre nicht schlecht, aber den gibt es leider nicht. Folglich verlässt man sich auf das Marketing der Verlage für ihre Autoren, auf den Buchblogger, der diese Meinung wiederkäut und auf Bewährtes. Das ist eine einfache Risikoabwägung. Wer will schon Klammer lesen, wenn er auch Georg Klein, Kleist oder Viktor Klemperer lesen und auf Nummer Sicher gehen kann? Das kann ich verstehen, doch was passiert im schlimmsten Fall? Man erwirbt für den Preis einer Pizza beim Italiener um die Ecke ein Buch, das einem nicht schmeckt. Da schimpft man eben ein bisschen und geht das nächste Mal in eine andere Pizzeria. Oder man ernährt sich von Dr.-Ötker-Tiefkühlpizza. Die schmeckt wie Fizek oder Boyle immer gleich, da kann man nichts falsch machen.
    Was wir Autoren ohne Verlagsvertrag brauchen, wäre ein Netzwerk, eine Interessenvertretung wie den BBK der Künstler, eine Art PEN-Club im Kleinen. So etwas gibt es schon hier und dort, aber da die Marketingmöglichkeiten eng begrenzt und öffentliche Gelder nicht erreichbar sind, kriegt die Masse der Leser das gar nicht mit. So dümpeln wir mit unseren herrlichen Segelbooten im Hafen und gelangen nie ins offene Meer.
    Ein Gedanke noch: Obwohl meinem rundumerneuerten Blog etwa 150 Leute folgen, hast nur du allein ein Buch von mir erworben, Luna. Mir geht es jedoch gar nicht darum, wie viele Personen meine Literatur lesen, mir genügt, wenn sie überhaupt gelesen wird, denn ich schreibe sie nicht für mich. Sie sind ein Angebot an die Freiheit der anderen, etwas zu erfahren. Wenn dieses Angebot nicht angenommen wird – nun, damit muss ich leben.
    Aber ich mache unverdrossen weiter.
    Einen wunderschönen und sonnigen Tag voller Anregungen, Begegnungen und Momenten wünsche ich dir.
    Grüße, Nikolaus

    Gefällt 1 Person

  4. Ein sehr interessanter Beitrag, der mich tatsächlich zum Nachdenken angeregt hat, weil selbstveröffentlichte Bücher immer einen etwas faden Ruf haben..Aber dadurch entgeht man sich vielleicht ein großartiges unentdecktes Buch oder eine/n begnadete/n Autorin/Autor! Und dass Buchblogs immer dasselbe vorstellen, ist im Grunde auch kein Geheimnis! Danke auch für die beiden Autorennamen – beide hatte ich bis jetzt noch nicht gehört!
    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

    1. Ich weiß genau, was du meinst… Mir selbst fällt es auch sehr schwer, in diesem undurchsichtigen Markt durchzusteigen, der so völlig ungefiltert ist. Man hat angst, letztlich doch nur Schund zu kaufen. Doch die Gefahr, ein Buch zu kaufen, das einem nicht gefällt, ist immer gegeben, egal wie bekannt oder hoch gelobt es sein soll… Und was heißt das schon, dann sind es eben höchstens 10 Euro, die man falsch investiert hat^^

      Gefällt 2 Personen

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