Ziele richtig stecken

 

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Hallo ihr Süßen!

So, erstmal muss ich mal wieder feststellen, wie schwer es ist, Beruf, Autorenleben und diesem Blog parallel nachzugehen… Ach ja und soziale Kontakte, da war ja auch noch was…
Aber was soll´s, wir sind ja alle aus Spaß hier und niemandem was schuldig 😉

Ich muss euch etwas wundervolles mitteilen!
Vielleicht sagt euch das Wörtchen „Schreibroutine“ etwas. (Den Schreibenden mit Sicherheit^^)
Gemeint ist, dass man versucht, eine Schreibblockade zu vermeiden, indem man eine Routine aufbaut, die einem zum Schreiben bringt, wenn man vielleicht auch gerade gerne Faul wäre. Während der letzten 7 Monate meiner Ausbildung habe ich immer wieder verschiedene Modelle probiert. Eine Seite am Tag, 600 Wörter, ein kleiner Absatz, eine Notiz. Die Ansprüche wurden immer niedriger und letztlich konnte ich selbst diese nicht erfüllen.
Woran das lag, wurde mir vor kurzem bewusst, als ich ein kleines Video über neue Vorsätze auf Youtube gesehen habe. Alles nichts neues und dennoch gab es einen AHA- Effekts von dieser Sorte, bei der man eigentlich schon alles vorher wusste, nur so ein Arschtritt gefehlt hatte, um es mal endlich ganz zu verstehen und vor allem umzusetzen…

Es ist elementar, wie man sich die Ziele steckt. Mal an einem Beispiel, dass sich jeder identifizieren kann (denn dieser Text richtet sich nicht nur an Autoren^^): Man möchte seine Ernährung umstellen. Zum Beispiel nicht mehr so viele Fertigprodukte oder Fleisch oder was auch immer konsumieren. Und nun fängt auch schon der Fehler in dem Moment an, da man sich sein Ziel formuliert. Man kann dabei zu schwammig sein. Man sagt sich „Ich möchte mich gerne gesünder ernähren.“ Das ist kein klar definiertes Ziel. Woran will man das messen? Wann sagt man, man hat sein Ziel erreicht? Und wie überwacht man sich, dass man nicht doch in alte Muster zurück verfällt? Die Formulierung einer einfachen Steigerung des Ist-Zustandes beinhaltet schier unkontrollierbare Ausnahmen, die man „sich auch schonmal gönnen kann…“ 😉
Dann ist da das andere Extrem. „Ich esse nie wieder Tiefkühlpizza“ sagt zum Beispiel der, der 4 Mal die Woche eine Pizza in den Ofen schiebt. Klar schafft der das nicht (außer, er wäre ein Übermensch^^) Resultat? Einmal schwach geworden, einmal ne Pizza gegessen und ZACK da kommt der Frust auf. Und was sagt man am Tag danach? „Ach, jetzt ist es auch egal, ich habs ja eh nicht ausgehalten“, und die nächste Pizza landet im Einkaufswagen…

Ich habe lang nachgedacht und festgestellt, dass ich beide Fehler wiederholt genau so begangen habe.
Und weil man irgendwann ja doch mal dazu lernen muss, habe ich mich hingesetzt (nein, wahrscheinlicher ist, dass ich während des gesamten Prozesses bereits in Jogginghose im Bett gegammelt habe) und gründlich nachgedacht.
Denn man muss sich über seine Situation bewusst werden, über die eigenen Veranlagungen und Hürden. Sich genau definieren, was man möchte, was man darf, was nicht drin ist und vor allem: Nicht überfordern. Wer mehr Sport machen möchte, sollte jetzt nicht zwei mal die Woche ins Fitnesstudio rennen wollen. Das schafft man wahrscheinlich eh nicht. Doch es könnte ein leichtes sein, erstmal zweimal im Monat zum Sport zu gehen. Das macht man so lange, bis das die Normalität ist, bist das der Ist-Zusatnd ist. Denn dann kann man sich wieder leicht steigern.

Aaalso, los geht´s! Jetzt gilt es, die Theorie auf MICH anzuwenden…
Was möchte ich?
Meinen Roman bis Ende des Jahres fertig schreiben.
Okay. Das ist definitiv ein messbares Ziel. Hilft mir bei der Umsetzung aber immernoch nicht ganz. Also weiter nachdenken. Zwischenziele, das ist es.
Wie viele Seiten werde ich wahrscheinlich noch schreiben müssen, um den ersten Entwurf fertig zu haben?
Schätzungsweise noch etwa 200 Seiten. Ich kann es zwar kein bisschen einschätzen, doch ich denke, dass sich die Story gut in diesem Rahmen erzählen lässt. Außerdem ist das in etwa meine bevorzugte Leselänge, es ist also wahrscheinlich, dass sich meine eigene Geschichten in diesem Bereich abspielen wird.
Dann habe ich mir meinen Taschenrechner genommen und ausgerechnet, wie viele Seiten das am Tag wären. Anschließend, wie viel ich dafür in der Woche schreiben muss.
Und Leute, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie groß meine Erleichterung war, als ich gemerkt habe, dass mein Ziel wohl erreichbar ist, wenn ich jede Woche 5 Seiten schreibe.
5 Seiten in 7 Tagen. Das ist machbar. Es wird einige Wochen hart sein, aber machbar.

Und nun kommt das Erfolgserlebnis: Meine Umsetzung.
Den Entschluss habe ich vor 4 Wochen gefasst und bisher super durchgezogen. In meinen Kalender schreibe ich jeden Tag die Seitenzahl ein, wenn ich etwas geschrieben habe und ziehe jede Woche das Resultat, ob das Ziel der 5 Seiten erreicht wurde. Wenn ja, dann gibt es ein grünes Häckchen. Und da sind jetzt vier Häckchen. Beziehungsweise werde ich morgen das vierte Häckchen setzen, wenn ich die letzten zwei Seiten für die Woche geschrieben habe. Und das ist unfassbar ermutigend.
Ich kann mir meine Woche super einteilen, muss kein schlechtes gewissen habe, wenn ich nicht schreibe, denn ich muss einfach nur schauen, dass ich richtig kalkuliere und die 5 Seiten am Ende der 7 Tage fertig habe. Und das ist absolut schaffbar!
Und das ist so ziemlich die schönste Erkenntnis, die klein Autorenlunchen seit einer Weile haben durfte^^

Wie schaut es denn bei euch aus? Verliert ihr euch auch gern in unrealistischen Zielen, oder habt ihr den Bogen raus und wollt mal eben prahlen, wie Stolz ihr auf eure Erfolge seid! Immer raus damit, egal ob positive oder negative Erfahrungen, das Internet ist voller Voyeuristen… Hier findet ihr immer ein offenes Ohr… Oder Auge 😉

Euer euch zutiefst verehrender und untertänigster Voyeurist und selbstzufriedener Autor… 😉
Die Luna ❤

P.S.: Ich entschuldige meinen heutigen Ausdruck… Dieser Beitrag ist nicht wirklich vom Feinsten, doch die Sonne scheint, ich will endlich raus und hab noch gut zu tun… Also raus mit dem Ding, damit ihr wisst, dass ich überhaupt noch lebe 😉
Ach so, und an alle, bei denen ich nun schon so lange nicht mehr vorbei geschaut habe… Ich werde jetzt hoffentlich wieder mehr Zeit und Muße haben und freu mich schon enorm, euch die Tage wieder einen Besuch abzustatten! ❤

9 Antworten auf „Ziele richtig stecken

  1. Ach, dieser Eintrag ist so schön! Und also DU! – Respekt von meiner Seite, dass Du so reflektiert zu Deiner Zielstellung gekommen ist, die sich wirklich realistisch liest. Ich tue mich insoweit immer wieder sehr schwer …

    Bei mir gibt es gerade ein anderes Feld, für das ich mir etwas vornehmen möchte. Ich bin da hinsichtlich einer wirklich realistischen und also am Ende realisierbaren Variante allerdings noch auf der Suche.

    Im Übrigen ist es wunderbar, Dich wieder einmal hier lesen zu können, und dass Du „angedroht“ hast, Deiner „Gemeinde“ in nächster Zeit wieder Besuche abzustatten, erfüllt mich mit ehrlicher und herzlicher Vorfreude.

    Und also gehen sehr liebe Grüße, obendrein versehen mit dem zweiten Attribut, das ich soeben schon der Vorfreude verlieh, an Dich auf die Reise, liebes Lunchen! Und hier mache ich es denn auch noch einmal sichtbar: ❤ 😉

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    1. nun, es hat auch wirklich lang gebraucht, bis ich einen Weg gefunden habe. Und ich hoffe, ich kann es wirklich durchziehen und dass es dann auch so aufgeht, wie ich es will…
      Kleine Ausnahmen werde ich mir wohl immer wieder mal gönnen müssen, doch die nächsten Monate muss die Routine erstmal durchgezogen werden…
      Nun, und den Rest erzählst du mir vielleicht woanders 😉

      Liebe Grüße! ❤

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  2. Ein wirklich schöner Beitrag!

    Das mit der Routine mache ich auch. Also jeden Tag vor dem schlafen gehen noch einen Paragraphen, ein paar Notizen oder an schlechten Tagen mindestens ein Sätzchen zu schreiben.^^

    Nur mit dem Ziele stecken habe ich es nicht so.
    Einerseits denke ich, das hat ja alles keine Eile und ich kann auch zwischendurch mal an ’nem anderen Projekt arbeiten, weil schreiben ist schließlich schreiben, aber andererseits werde ich halt so wohl niemals fertig. 😅

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    1. Das klingt auch nach einem guten Weg! Bei mir hat der aber gar nicht funktioniert, ich brauche Tage, an denen ich mit reinem Gewissen nichts machen kann^^

      Aber ich verstehe deinen Gedanken, zu sagen, Schreiben ist Schreiben und ein kreativer prozess, bei dem man nichts erzwingen sollte… Handhabe ich generell auch so… Allerdings, wenn man ein Buch zum Ende bringen möchte, muss man auch mal durchziehen glaub ich ^^

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  3. Super Beitrag, ehrlich. Finde die Idee so gut, sich einfach den Taschenrechner zu nehmen und das herunterzurechnen. So easy und doch wäre ich da selbst erstmal nicht drauf gekommen. 😄 Viel Erfolg Dir weiterhin bei deinem Buch!

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    1. haha ich danke dir^^ Ja, der Einfall ist unter die Kategorie „So einfach wie genial“ zu verbuchen^^ Und doch braucht man für diese Einfälle meist am längsten…

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  4. Ich finde es schön, dass Du Deinen Schreibfluss wieder gefunden hast! Richtig gut!
    Ich musste außerdem noch über „Ziele richtig stecken“ nachdenken. Wenn man davon ausgeht, „berühmt, berüchtigt und reich zu sein“, habe ich das Ziel schon in meinen 20ern erreicht. Also realtiv gesehen, sehr relativ. Und meine Umwelt hat es so auch nicht wahrgenommen.
    Was kommt nach der Party? Der Kater, der Alltag und immer wieder neu anfangen. Meist ohne Ziel und ohne Sinn. Es ist elektrisierend, wie es mich immer wieder „erwischte“. eine Idee, eine neue Sprache, wie Form und Inhalt harmonieren.
    Viel Erfolg beim Schreiben! Übrings bin ich kein „Süßer“! 😦

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