Die nächsten Schritte

Hallo ihr Lieben!

Der Zweifel gehört zum Schreiben, zu mir. Es ist einfach zu schön, alles infrage zu stellen, allen Wert zu bestreiten und schließlich in erschütternde Selvstverachtung zu gleiten. Würde ich am liebsten immer haben, um so besser, dass es mich regelmäßig dazu hinreißt.

Gerade bei monotonen Arbeiten, die man als Gärtner häufig ausführt, ist das sehr willkommen. Man kann die Zeit beim Unkraut ziehen nutzen, um am Plot zu arbeiten, oder aber dafür, an allem ganz destruktiv zu zweifeln. Ratet mal, was bei mir heute der Fall war…

Wie groß ist die Verachtung des Mittelmaßes und wie unermesslich die Angst davor, selbst Teil dessen zu sein, selbst nichts weiter als Mittelmaß produzieren zu können. An solchen Tagen bin ich nachvollziehbar heiter gestimmt und mir scheint permanent die Sonne aus dem Arsch, während ich denke, niemals eine gute Autorin sein zu können, sondern immer nur ein dummes Kind zu bleiben, dass selbstverliebt die eigenen Sätze anstarrt und glaubt, Bücher schreiben zu müssen.

Tatsächlich ist es schwer für mich, mein wirkliches Talent einschätzen zu können, da ich noch nicht all zu viel wirklich durchgezogen und beendet habe. Kein Wunder, dass mich diese Zweifel immer wieder packen, denn ich kann kein klaren Gegenbeweis anführen. Im Gegenteil: ich befinde mich momentan bei 2 Projekten in der Rohfassung und diese ist eben noch ziemlich roh… Auch wenn ich genau weiß, was ich bei der Überarbeitung alles ändern werde – fürs Erste steht da eben nur dieses unförmige Geschreibsel.

Meine Angst, aus diesem Rohdiamanten niemals ein teures Armband herstellen zu können, sondern den Schliff zu versauen und dem Diamanten jeglichen Wert zu nehmen, kann ich im Moment also noch nicht als unbegründet abstempeln. Doch eins ist klar: weiter zweifeln bringt nichts. Ich muss einfach mutig weiter schreiben und hoffen, dass ich fähig bin, zu Schleifen.

Jaja, ganz toll. Aber was mach ich derweil auf Arbeit? Was mache ich, während meine schmerzenden Fingerkuppen versuchen, wiederspenstigen Klee aus den durchgewurzelten Blumenkübeln zu reißen? Was mache ich, während ich nichts weiter kann, als hilflos über mein Versagen zu Grübeln?

Ich denke weiter nach, gehe aber einfach davon aus, dass das Buch fertig ist und dass egal ist, wie es ist. Ich stelle mir vor, dass das Manuskript fertig ist, dass ich ein Exposé schreibe, es an Agenturen und Verlage schicke. Dass ich Antworten bekomme. Oder eben nicht und dann in den Selbstverlag gehe. Ich habe mir Gedanken gemacht, wie das Cover aussieht, was im Klappentaxt steht. Wie ich bestimmte Büchereien Anfrage, ob sie Interesse an dem Buch hätten. Wie ich Leseproben und Flyer gestalte und in verschiedenen Städten austeile und austeilen lasse. Wie ich Leseproben verschicke. Wie ich vielleicht sogar Bücher verkaufe.

All das ist natürlich Ferne Zukunftsmusik und bringt mir gar nichts ohne die Arbeit, ohne das Schreiben. Doch manchmal kann es diese Arbeit und die damit einhergehenden Zweifel ungemein erleichtern, wenn man an all die Schritte denkt, die noch folgen können, wenn man einfach nur durchhält. Das Ziel.

Also was es auch immer ist, woran ihr zweifelt, es gibt sicher auch für euch darauffolgende Schritte, an die ihr denken könnt. Alles ist nur eine Etappe, etwas anderes wird darauf aufbauen. Das kann einerseits Angst machen und wieder Druck bedeuten, aber in manchen Fällen ist es auch Motivation. Ich für meinen Teil bin froh, diese Form der Selbstmotivation gefunden zu haben, es lässt mich gewissermaßen an mich glauben. Sagt mir, dass ich etwas schaffen kann.

Vielleicht konnte euch dieser Gedanke ja auch ein bisschen helfen, das würde mich freuen! In jedem Fall wünsche ich euch noch ein paar schöne Tage 😉 Und ich wünsche euch, dass eure Kübel von Klee verschont sind.

Liebe Grüße

Von eurer Luna ❤

11 Antworten auf „Die nächsten Schritte

  1. Du gehst sehr analytisch an deine Schaffensangst und das macht dich sicher stärker. Keine Sorge, etwas zu beenden kann nur helfen. Egal, ob es schlecht ankommt oder nicht. Danach wirst du mehr darüber wissen, wie du besser schreiben kannst. Nicht persönlich nehmen und dann besser machen. Du kannst das und das sieht man bereits an deinem Blog. :‘)

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    1. Ich danke dir für deine bestärkenden Worte 🙂
      Offen gestanden freut es mich auch , dass das gerade von dir kommt ^^ Hatte dein Video gesehen, bei welchem du über dein Schreiben redest und war tief beeindruckt. Wenn nächsten Monat Geld übrig bleibt, weiß ich, in welche Welt ich abtauchen werde 😉

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  2. Keine Chance! Klee ist wie Aclerwinde und Meerrettich. Hast du sie einmal, hast du sie für immer – egal, wie du kämpfst. Aber eigentlich ist das nicht einmal eine schlechte Eigenschaft, diese Hartnäckigkeit, die ich dir auch als Autorin wünsche. Ein Tipp von mir, so von verkrachter Schriftsteller zu Anfänger: Vergleiche niemals deine Literatur und dich selbst mit anderen; vergleiche dich immer nur mit dir selbst. Versuche, den heutigen Text besser als den gestrigen zu machen. Das ist Anspruch genug. Grüße.

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    1. Da muss ich nun wohl den Klee als mein Vorbild betrachten? Na gut… Dann gilt es also, unverwüstliche Wurzeln zu schlagen. Kann sicher helfen.
      Ich danke dir für deinen Zuspruch. Ich fürchte zwar, dass es so einfach nicht ist, dass man eben doch irgendwo den Vergleich braucht, zumindest zum lernen… Doch es stimmt und ich werde mir deinen Tipp sehr zu Herzen nehmen. Denn letztlich bringt mich nur der Vergleich mit mir und meinem Gestern weiter. Danke!

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  3. Das Konzept des Selbstzweifelns (… der schon wieder!) ist eine Sache. Hast Du das Gegenteil mal ausprobiert?
    So richtig in Überlegenheit und Überheblichkeit zu baden? Dass, wenn Du in einen Fahrstuhl trittst, die anderen mit Deinem Ego platt an die Wände drückst?
    Ehrlich gesagt, ich kann nicht unterscheiden, was von den beiden Konzepten – Selbstzweifel oder hohes Selbstbewußtsein – irrationaler ist. Man betritt das Minenfeld der Gefühle! Finde ich. So wie Du Dich einordnest, so wirst Du handeln, wird es Dein Handeln beeinflussen. Aber menschlich ist das allemal, denke ich. Die Neutrums in dieser Sache gibt es für mich nicht. Und komm mir nicht einer mit: etwas von beiden wäre gesund – ja wäre! Wäre und hätte!
    Mich hast Du jedenfalls überzeugt. Ich meine, auch mit Selbstzweifeln wirst Du etwas vollbringen! Wenn sie für Dich dazu gehören … Es ist nie verkehrt, auf seine innere Stimme zu hören! (Ich vermeide das Wort „Bauchgefühl“, ein Magen voller Bier beispielsweise kann keine Entscheidungsinstanz sein …)

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    1. Haha, ja der schon wieder! 😉
      Ich zweifel daran (na ich schon wieder), dass ich da jemals im Gesunden Mittel sein werde. Doch zweifel ich auch daran, dass ich das zwingend muss. Mit der Zeit kennt man sich ja doch und zum Glück weiß ich ja mittlerweile, wie ich mich austricksen kann. Darum vielen Dank dir 😉

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