Rezension: Nikolaus Klammer – Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren Teil 3

3. Buch : Der Gulag des Dmitri Alexandrowitsch Krakow

Hier kommt nun meine dritte Rezension zur Geltsamer-Reihe des Autors Nikolaus Klammer. Teil 1 und Teil 2 habe ich bereits rezensiert.

Story der Reihe

Der Autor Nikolaus Klammer findet durch Zufall in einer sehr Mysteriösen Buchhandlung ein Buch, das unter seinem Namen veröffentlicht wurde, jedoch nicht aus seiner Feder stammt. Er nimmt dieses Buch mit nach Hause und muss bald darauf fest stellen, dass dies kein ganz gewöhnliches Buch ist, nein, der Inhalt verändert sich. Zudem entwickeln sich in seinem Privatleben ungeahnte Turbulenzen: Seine Tochter schwebt in Gefahr und alles scheint mit einem seltsamen Geheimbund zusammen zu hängen.
Wir haben hier eine Buch-in-Buch-Geschichte, die voller Mysterien und phantastischen Elementen steckt und ihre Geheimnisse nur Schritt für Schritt preisgibt.

Story des dritten Teils

Ich versuche, nicht zu viel zu verraten. Klammer macht sich auf den Weg nach Italien, weil er hofft, dort seinen Verleger zu finden und einige Antworten zu bekommen. Leider kommt er da, gelinde ausgedrückt, in Schwierigkeiten und das ominöse Buch gelangt in die Hände seines Verlegers. Somit schauen wir nun diesem über die Schulter und tauchen ein in die Welt eines alten, versoffenen, russischen Pensionärs, der einen Teil seiner Lebensgeschichte niederschreibt: In den 1950er Jahren war er in einem äußerst seltsamen Privatgulag gefangen und musste unter menschenunwürdigen Bedingungen in der Kälte Sibiriens mit seinen Mitgefangenen einen riesigen Krater ausschachten, bis sie schließlich einen bedeutenden Fund machen.

„Welchen Geheimnissen sind die „Hyänen“ im unwegsamen Putanora-Gebirge auf der Spur? Was hat das alles mit Klammer und Welkenbaum und mit jenem seltsamen Antiquariat zu tun, das immer wieder an einem anderen Ort auftaucht? Und welche Rolle spielt dabei der berühmte russische Schriftsteller Bulgakow?“ – Inhaltsangabe auf Amazon

Meine Meinung

Wie soll ich sagen? Ich war top unterhalten. Der zweite Teil dieser Reihe hatte mich nicht ganz so überzeugt, weshalb ich tatsächlich das Weiterlesen etwas verzögert habe. Dieses Mal war ich allerdings wieder vollends begeistert.
Die Reihe ist definitiv nichts für Jedermann. Man muss Spaß daran haben, wenn Realität und Phantastisches miteinander verwoben werden. Das ist kein reines und klassisches Fantasy Abenteuer, aber man muss eben auch damit zurecht kommen, dass es hier bunt zu geht. Das magische Buch, Geheimbünde, Bösewichte, leuchtende Gruben, Sagen… Alles dabei.
Und man muss Spannung mögen. Nicht die Spannung nach Manier eines Krimis oder Thrillers, doch die Spannung eines recht verrückten Abenteuers, bei dem ein Autor versucht, Machenschaften auf die Schliche zu kommen, die schon seit Generationen im verborgenen zu existieren scheinen.
Ich mag sehr an der Reihe, dass ich immer noch im Dunkel tappe. Man kennt es ja, dass man oft schon eine Ahnung hat, wie alles zusammen hängt oder wie das Buch sogar ausgehen könnte. Hier ist das absolut nicht der Fall. Die Geschichte dröselt sich nur langsam auf, es werden einige Fragen beantwortet und dabei mindestens zwei wieder aufgeworfen.
Es ist ein schnelles Hin und Her und definitiv nie langweilig, es stellen sich auch kein Längen ein.
Es ist im Gegenteil unglaublich unterhaltsam. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, musste an mehreren Stellen wirklich herzlich lachen und erntete skeptisch-interessierte Blicke von meinem Freund, dem ich dann gerne die Episoden vorlas. „Es macht richtig Spaß zu sehen, wie viel Freude du beim Lesen hast“, sagte er und ich denke, das als Rezension könnte fast schon reichen.
Ich bin aber auch wirklich Fan des Erzählers. Dieser Russe war ganz genau nach meinem Geschmack und ich war auch ehrlich beeindruckt. Ich habe zuletzt vermehrt russische Autoren des vergangenen Jahrhunderts gelesen und mir schien, dass diese doch eine ganz eigene Stimme haben. Diese hat Klammer ziemlich gut getroffen.

Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll. Es ist spannend, unterhaltsam und gut geschrieben. Natürlich, man merkt auf eine gewisse Arte, dass dieser Roman weitestgehend allein veröffentlicht wurde. Es ist eben ein Unterschied, ob man ein Buch selbst verlegt und jeden Handgriff selbst machen muss, oder ob man ein professionelles Team hinter sich stehen hat.
Es würde mich freuen, wenn sich vielleicht der Eine oder Andere findet, der sich davon nicht abschrecken lässt.
Es lohnt sich!

Im Übrigen nicht wundern, solltet ihr das Buch auf der Autorenseite oder bei Amazon oder Epubli suchen: Der Autor hat das Cover umgestaltet. Da ich das alte besitze, hier ein Foto seiner Website.

Vielleicht konnte ich euch ja neugierig machen!
Zum Schluss noch eine zum Thema passende Frage: Habt ihr bereits im Selbstverlag erschienene Bücher gelesen? Würde mich über Empfehlungen freuen.

Ich wünsche euch einen positiven Start in die Woche und immer ein gutes Buch zur Hand.

Liebe Grüße
eure Luna ❤

5 Antworten auf „Rezension: Nikolaus Klammer – Dr. Geltsamers erinnerte Memoiren Teil 3

  1. Liebe luna, ich danke dir herzlich für diese wunderschöne, ausführliche und (wenn ich das als der Autor des Buchs sagen darf) höchst gelungene Rezension meines 3. Geltsamer-Romans. Es macht mich schon ein bisschen stolz auf mich selbst. Und auch auf mein Buch. Es ist ein herrliches Gefühl, dabei zusehen zu können, wie meine Kinder – einige habe ich lieber als andere – auf eigenen Füßen stehen können und ohne mich mit Menschen ins Gespräch kommen. Liebe Grüße!

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  2. Und weil du gerne wissen möchtest, wie es im 4. Teil weitergeht, hier sozusagen als Weltpremiere der Anfang von „In den Bücherkellern des Vatikans“:
    „Welkenbaum fiel. Er stürzte nun schon seit einer Ewigkeit in gleichmäßiger, ruhiger Geschwindigkeit einen rotgeziegelten Brunnenschacht senkrecht hinab in eine schier grundlose Tiefe. Sein Zeitgefühl hatte er dabei längst verloren. Aber inzwischen musste er sicherlich schon Stunden in dieser aberwitzigen Situation verbracht haben, von der er nicht wusste, wie er in sie hinein geraten war. Er hatte sich längst an seinen Sturz ge­wöhnt und er erschien ihm nicht mehr absonderlich. Obwohl er sich vor dem Ende seines endlosen Falls fürchtete, den er doch unmöglich überleben konnte, und die Angst vor dem Zerschmettern auf dem Boden des Schachts wie ein Stachel im Hintergrund seiner Gedanken steckte, genoss er den Augenblick und das beglückende Gefühl, frei wie ein Vogel zu sein und nur den Luftwiderstand um sich zu spüren, der ihn sanft umschloss und ihn wie eine warme Decke in den Abgrund begleitete. „

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