Hör auf dich zu vergleichen!

Hand aufs Herz: Wer vergleicht sich nicht mit seinen Lieblingsautor und den großen Autoren der Geschichte? Ihr wisst, dass es Blödsinn ist. Ich weiß, dass es Blödsinn ist… Und wir machen es trotzdem!

Seid gegrüßt!

Das Schreiben läuft zur Zeit sehr gut. Ich bin zufrieden. Mit mir, mit der Geschichte. Eigentlich mit dem ganzen Paket.
Naja gut… also bis auf… bis auf diese das schon eine oder andere Mal erwähnten Zweifel… Die Angst, eben nur langweiliges Mittelmaß zu sein…

Es ist aber auch verflixt!
Wenn man schreibt, liest man in der Regel auch. Nicht gleichzeitig versteht sich, doch ich will ausdrücken, dass man in seiner Freizeit doch so manches Buch weg knuspert. Man hat so seine Lieblingsautoren und mit der Zeit einen ziemlich fetten Stapel beeindruckender Bücher gelesen. Bücher, die inspiriert und motiviert haben, die einem vielleicht sogar eine völlig neue Sicht auf die Welt bescherten. Bücher, durch die man sich selbst erst vollständig begriffen hat. Bücher, die einen mit ihrer Sprachgewalt überwältigt haben, die so komplex oder genial konzipiert waren, dass man beinahe eine Gänsehaut bekommen könnte. Es gibt diesen Begriff der „Weltliteratur“ und sei diese Klassifizierung nun gerechtfertigt oder nicht, jeder hat seine ganz persönliche Liste von „Klassikern“ – aus welcher Zeit sie auch immer stammen mögen.

Mich verlässt dabei mitunter der Mut. Was kann ich kleines Schreibmaschinchen schon gegen diese Armada an grandiosen Autoren ausrichten? Was habe ich noch zu sagen, was auch nur ansatzweise an ihr Können reichen kann?

Vielleicht nichts.
Vielleicht kann ich nichts sagen, was ein Hesse, Marquez, ein Tolstoi, Dürrenmatt, Becker oder Kehlmann schon gesagt hat.
Muss ich auch nicht, ich sag nämlich das, was Luna zu sagen hat.
Damit das schonmal klar ist.

Doch überhaupt, was mach ich denn da? Warum vergleiche ich mein Schreiben mit verlegten Büchern? Warum vergleiche ich meinen ersten Manuskript Entwurf mit der X-Fach lektorierten Fassung von Jurek Beckers „Bronsteins Kindern“?
Natürlich kann ich da nur verlieren!
Das ist etwas, was ich mir immer wieder vor Augen führen muss. Die Erkenntnis ist simpel, doch funktioniert.

Und wer sich bei diesem Text ertappt gefühlt hat, weil er/sie/es immer wieder genauso bekloppt ist wie ich und sich mit Büchern großer Verlage vergleicht, der kann ja gerne mal ein Lebenszeichen von sich geben. Ich vermute nämlich, ich bin damit nicht allein 😉

Es sendet euch ganz liebe Grüße
die Luna ❤

6 Antworten auf „Hör auf dich zu vergleichen!

  1. Ich finde es sehr schwer, sich NICHT zu vergleichen, aber im Grunde bringt es einem Nichts als zusätzlichen Stress. Erstens sind Geschmäcker unterschiedlich, zweitens hat jede*r seinen*ihren eigenen Stil. Ich habe mir inzwischen angewöhnt, meine Liebsten Autor*innen als eine Art Inspiration und nicht als Konkurrenz zu betrachten. Ich will wachsen und meine Fähigkeiten erweitern, vielleicht werde ich eines Tages genauso sein wie sie. Dass ich jetzt noch nicht an dem Punkt bin, an dem ich mal sein will, finde ich nicht schlimm. 🙂 Außerdem finde ich es spannend, immer mal wieder in meine alten Texte zu schauen und zu sehen, was sich seitdem getan hat. Genauso habe ich es auch, wenn ich sie ansehe und mir denke: krass, ich hatte damals schon so tiefsinnige Gedanken. Das Beobachten von sich selbst finde ich also super spannend, nur das Vergleichen bringt nichts – das ist zumindest meine Meinung! 🙈

    Danke für den spannenden Beitrag! 🥰

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    1. Liebe Mia,
      du hast recht: Es sollte Inspiration sein, und sonst nichts. Etwas gutes zu lesen sollte einen nicht mit einem schlechten Gefühl zurück lassen!
      Darf ich denn mal fragen, wer zu deinen Lieblingsautoren zählt?
      So ein ähnliches Erlebnis mit alten Texten von mir hatte ich auch kürzlich – da war ich richtig beeindruckt von meiner Wortgewandtheit und Idee^^
      Liebe Grüße !

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  2. Das kommt mir bekannt vor… Ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich Bücher lese und mir denke „Ich werde NIE so gut sein wie diese/r Autor/in. Niemals.“
    Man vergleicht sich halt automatisch mit anderen. Ich jedenfalls mache das und muss mir auch immer wieder vor Augen halten, dass das Buch, welches ich grade in der Hand habe, mehrere Überarbeitungen und ein professionelles Lektorat hinter sich hat – und meine Texte eben (noch) nicht.
    Du bist damit definitiv nicht allein 😉 Und ich glaube, da hilft nur, durchzuatmen und sich nicht unterkriegen zu lassen.

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    1. Ganz genau! Der größte Unterschied zwischen den Texten muss nicht unbedingt das Können des Autors, sondern kann eben auch einfach die professionelle Überarbeitung sein…
      Wie du sagst… einfach weiter machen 😉

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  3. Es gibt so viel Unentdecktes, was es wert wäre unbedingt entdeckt und einem breiten Kreis an Menschen zugänglich zu werden.Das war schon immer so. Heutzutage ist es im Besonderen so, weil bei so vielem, was nicht zuletzt wegen der ganz anderen technischen Möglichkeiten heutzutage geschrieben werden kann, quasi zwangsläufig immer mehr wird, was an Entdeckenswertem nie wirklich bekannt wird.
    Das gilt vor allem für viele Bereiche der Kunst, sei es Musik, sei es Malerei oder eben Literatur.

    So vieles von dem, was (noch) nicht entdeckt worden ist und vielleicht nie wirklich entdeckt werden wird, ist dabei unsagbar schön, bereichernd, inspirierend, zum Diskurs anregend, aufklärend und zutiefst menschlich. Vor allem seit ich blogge und in der Blogwelt lese, ist mir das noch einmal besonders aufgefallen. – Allein hier auf diesem Portal gibt es wahre Kleinode an Geschriebenem. Manchmal Texte, manchmal Verse, manchmal nur kleine Sentenzen, ganz aus der Autorin oder dem Autor geschrieben, ursprünglich, authentisch, fantasievoll geworden durch die eigene Erfahrung, die eigene Person, die eingeflossen ist, mehr oder weniger bewusst.

    Du hast es selbst geschrieben, mein liebes Lunchen:“ … jeder hat seine ganz persönliche Liste von „Klassikern“ – aus welcher Zeit sie auch immer stammen mögen.“ – Jeder findet seine eigenen Klassiker. Und nur so sind sie echt –

    Werden nicht gerade heute eine ganze Reihe von Büchern vor allem deshalb bekannt und „berühmt“ weil sie besonders gehypt werden? Warum wird andererseits so ein großartiger Roman wie „Ditte Menschenkind“ von Nexö seit vielen, vielen Jahren in Deutschland nicht mehr neu verlegt? (Inzwischen ist er selbst antiquarisch nur noch vergleichsweise schwierig zu bekommen.)

    Geh‘ nur Deinen Weg, liebes Lunchen, schreibe aus Dir und für Dich. So wie Du bist, so wie Du als Mensch bist, wird es in und zwischen Deinen Zeilen stehen. Und so, wie es Menschen gibt, die Dich als Menschen sehr mögen, werden auch Deine Texte und Bücher gemocht werden. – Dazu bedarf es gar keines Vergleichs.

    Von Herzen liebe Grüße an Dich ❣🤗✨

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    1. Vielen Dank dir mal wieder für deinen wunderbaren und ausführlichen Kommentar!

      Es mag stimmen, dass immer mehr Kunst produziert wird, da es auch immer leichter möglich ist. Man muss kein Instument mehr lernen, es reicht, einen PC zu bedienen. Man muss nicht mehr alles mühsam per Hand schreiben, auch da ist die Tastatur für viele eine Erleichterung. Bilder lassen sich plötzlich mit der Welt teilen und es scheint, als hätten wir bald mehr Produzenten als Konsumenten. Das ist gar nicht negativ gemeint, es gibt jedem ein Sprachrohr, das ist toll. Bei dem Lärm ist es dann aber eben auch wieder schwer, gehört zu werden.

      Doch ich finde es auch so unendlich kostbar, dass man sich seine Perlen eben suchen kann. Vielleicht wird man nicht berühmt, doch jeder findet die Menschen, die ihn gant besonders berühren und vor allem hat jeder die Chance, andere zu berühren. Das ist wahrhaft wunderschön.

      Ich sende dir eine Umarmung!
      Liebe Grüße ❤

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