1. Frage: Schreibst du heimlich?

Weiß den Umfeld davon, dass du schreibst? Und was sind die Gründe für deinen Umgang damit? Und vor allem: Wie geht es dir dabei? Eine Frage, die selbst viele Fragen birgt 😉 Mach mit und tausch dich aus!

Seid gegrüßt!

Nun wird es ernst, haltet euch fest: Wir sind bei der ersten Frage angekommen. Sehr wahrscheinlich ist niemand so aufgeregt, wie ich, doch daraus mach ich mir nichts 😉

Wer verpasst hat, was „Eine Frage an Schreibende“ ist, der kann hier gern nachlesen. Das Wichtigste in Kürze:

Fühlt euch dazu eingeladen, diese Frage in den Kommentaren und auf euren eigenen Blogs zu beantworten. Damit wir auch wirklich vernetzt sind, verlinkt euren Beitrag hier in den Kommentaren und erwähnt doch meine Seite netterweise bei eurem Post 😉 Meine erstellten Bilder können gern für euren Blogpost oder Instagram verwendet werden.

Und los geh’s!

Schreibst du heimlich?

Lange Zeit: Ja. In der Schulzeit wussten nur meine engsten Freunde davon, dass ich literarische Versuche unternehme und gerne Autorin werden möchte.

Während meines FÖJ’s und als ich dann wusste, dass ich nach Potsdam ziehen würde, hatte ich das Bedürfnis, das zu ändern. Ich hatte das Gefühl, ich verstecke mich und das ich mich für das, was ich am meisten liebe, schäme. Das artete dazu aus, dass ich für einen kurzen Zeitraum jedem erzählte, dass ich Geschichten schreibe und an einem Roman arbeite. Wirklich jedem, der mich irgendetwas fragte, was ich ansatzweise darauf beziehen konnte. Das war aber auch nicht so wirklich die Lösung, denn mal ganz ehrlich: eigentlich muss nicht jeder wissen, wofür ich brenne. Dass ich schreibe macht einen großen und auch verletzlichen Teil von mir aus, ist vielleicht sogar der Part von mir, der am ehrlichsten ich ist. Ich glaube nicht, dass jeder in meinem Leben diese Seite von mir kennen muss.

Ich bin definitiv offener geworden. Ich spreche nicht nur mit Freunden über meine Passion, sondern auch mit anderen Azubi’s zum Beispiel, die nicht mehr als Kollegen sind. Im Gegensatz dazu würde ich es mich aber auch nie wagen, meinen Ausbildern im Plausch davon zu erzählen. Die Luna auf der Arbeit ist eine Person, die rational ist und Gärtnerin wird. Keine alberne Träumerin. Zumindest offiziell 😉 Nach der Ausbildung werde ich für ein Jahr übernommen, habe aber entschieden, meine Stunden für das Schreiben zu reduzieren. Meine Kollegen verstehen das nicht so wirklich und oft höre ich die Frage, ob ich noch woanders arbeite. Ich überlege jedes Mal zu antworten:“Nein, ich schreibe einen Roman.“, doch höre mich stattdessen sagen, dass ich noch andere „Projekte“ hätte.

Ein größeres Geheimnis als mein Wunsch, Autorin zu werden, ist aber dieser Blog! Es wissen nur engste langjährige Freunde davon. Selbst neuen engen Vertrauten kann ich nichts davon erzählen.

Warum? Tja… Scham? Mangelndes Selbstvertrauen? Angst, verurteilt zu werden? Angst, dass das, was man liebt, doch nicht gut genug ist? Sich nicht nackt machen können? Zeigen, wer man ist…
All das spielt bei mir eine Rolle.

Ich bin nicht der Meinung, dass man jedem auf die Nase binden muss, welchen Traum man hat. Das ist immer eine persönliche Entscheidung nach Sympathie und Vertrauen. Ich muss mein Umfeld auch nicht wissen lassen, dass ich hier einen kleinen Spielplatz gefunden habe. Einen Ort, der sicher ist und auf dem ich mein Umfeld vielleicht auch reflektieren kann. Doch die Gründe sind entscheidend. Meine Gründe engen mich leider ein.
Ich fühle mich manchmal in einem Käfig gefangen. Einen Käfig, den ich mir selbst baue.

Ich muss noch mein Selbstvertrauen betreffend des Schreibens finden. Das ist nicht so leicht. Doch da ich den Käfig selbst gebaut habe, finde ich bestimmt irgendwo noch einen Schlüssel.

Ich bin gespannt auf eure Geschichte!

Liebe Grüße,
eure Luna ❤

8 Antworten auf „1. Frage: Schreibst du heimlich?

  1. Zu spät! Zu spät! Nach fünf veröffentlichten Büchern sogenannter Hochliteratur und gefühlt tausend Lesungen, kann jeder der will, meinen Namen googeln und findet einen Bezug zu meinem Autorenleben. Es gibt immer wieder Menschen, die mich freundlich grüßen, die ich aber gar nicht kenne. Sie könnten im Publikum meiner Lesungen gewesen sein. Ich musste mir sogar gefallen lassen, nach einer Lesung distanzlos geduzt zu werden, um ein Buch zu signieren. Ich fands respektlos, der Gast, eine Frau, hatte sich jedoch mit meinen Geschichten während der Lesung heillos identifiziert. Von „Heimlichkeit“ kann keine Rede sein.
    Ein wichtiger Aspekt ist übrigens auch das Schreiben an sich. Was irgendwann mal die Öffentlichkeit trifft, was in harter Schreibtischarbeit ausgedacht, formuliert, komponiert und konzeptioniert wird, die hoch kreative Phase, bei der sich die Kunst noch in Bewegung befindet, wo noch nicht alle Gestirne am Firmament fixiert sind, ist geheim. Streng geheim!
    1. Ich möchte mir doch nicht von einem anderen rein reden lassen.
    2. Ein Buch verkauft sich nicht, wenn man so blöd war und es vorher kapitelweise schon in seinem Blog vorgestellt hat.
    Zwei wichtige und simple Weisheiten.
    Mein Blog ist voll neuer Texte und Gedichte. Weil ich fleißig bin, und es Einzelstücke sind, die ihre eigene Dynamik haben.
    Würde ich gefragt, schreibe ich an einem neuen Buch – würde ich nichts ohne meinen Anwalt sagen … 😉

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    1. Wer mich kennt und googelt findet auch ein bisschen was… Natürlich auch diesen Blog.
      Ich finde das schwierig, auch mit dem Gedanken dahin, Bücher zu veröffentlichen und Vorlesungen zu haben, wie du beschreibst. Man ist dann so nackt. Eigentlich sollte das genau mein Ziel sein: Mit meinen Texten in der Öffentlichkeit sein.
      Dein Punkt, sein aktuelles Projekt nicht durchsichtig werden zu lassen ist gut.

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