2. Frage: Was bist du?

Es braucht ein bisschen Mut und Überzeugung, sich Autor:in zu nennen. Bei mir ist es ein steter Kampf, darum interessiert mich, als was ihr euch betrachtet und bezeichnet!

Seid gegrüßt!

Wieder eine Woche rum, unglaublich. Mir verging die Zeit ziemlich schnell, was daran liegen mag, dass ich Urlaub hatte. Nichts wildes, aber schön war’s! Nach langem mal wieder alte Freunde besucht und getroffen und die Sächsische Schweiz erwandert.

Doch darum soll es ja gar nicht gehen, sondern um eine Frage, die ich Schreibenden stelle! Fühlt euch dazu eingeladen, mitzumachen – ob in den Kommentaren oder auf eurem eigenen Blog 🙂

Los geht’s!

Na, was soll ich denn sein?

„Was bist du?“ klingt nun schon recht Existenz-Philosophisch. Doch da ich die Frage an jene richte, die Schreiben, lässt es sich relativ eindeutig eingrenzen.
Was bin ich, wenn ich schreibe? Bin ich Autor:in, Schreiberling, Hobby-Schriftscheller:in? Spielt es überhaupt eine Rolle, als was ich mich bezeichne?

Bei der ersten Frage ging es bereits darum, ob wir anderen davon erzählen, dass wir schreiben. Mit dieser Entscheidung geht aber auch einher, als was ich mich bezeichne und gewissermaßen auch, als was ich mich betrachte.

Oft haben wir ein sehr hochtrabendes Bild von Autor:innen beziehungsweise Schriftsteller:innen. Täglich ausschweifende Spaziergänge mit ernsten Gesichtern, durchwachte Nächte in denen 20 Seiten und mehr geschrieben werden und ein messerscharfer Verstand, der spielend leicht die Gesellschaft seziert. Gut, vielleicht ist das auch nur mein Bild.
Trotzdem hat jeder irgendein Bild von jenen Menschen, deren Bücher er anhimmelt und verschlingt. Und kaum einer ist davor gefeit, sich zu vergleichen. Wir wissen alle, dass vergleichen nur schlecht fürs Gemüt ist und in den meisten Fällen keine Früchte tragt, trotzdem machen wir es. Und natürlich ziehen wir den kürzeren, denn es ist so viel leichter, die eigenen Schwächen ernst zu nehmen, als die Stärken.

Kann ich also eine Autorin sein, wenn ich auch Hesse einen Autor nenne? Ist es nicht anmaßend?
Nein, ist es nicht. Ich schreibe. Ich liebe es, zu schreiben und es zeichnet mich. Beeinflusst, wie ich die Welt sehe. Ich habe zwar noch kein Buch veröffentlicht, aber ich schreibe. Ich mag, was ich schreibe. Ich kann mich Autor nennen. Es ist schwer und ich sage es definitiv nicht mit Überzeugung, aber ich versuche, es zu sagen. Wenn mich der Mut ganz verlässt, bin ich eine Schreibende oder ein Schreiberling.
Aber vielleicht schaffe ich es irgendwann, mich von dem zu überzeugen, was ich bin: Autorin.

Wie schaut es bei euch aus?

Was seid ihr? Autor:innen oder Dichter:innen? Oder weicht ihr auch auf weniger prätentiös wirkende Begriffe aus? Oder sagt ihr von Anfang an, dass ihr Schreiben nur als ein Hobby, eine Spaß bringende Spielerei verteht?

Ich freue mich auf eure Sicht!

Liebe Grüße
eure Luna ❤

8 Antworten auf „2. Frage: Was bist du?

  1. Heute bekomme ich Besuch von jemanden, den ich noch nicht kenne und er mich nicht.
    Also werde ich mich vorstellen, wenn es um meine Profession geht: „Ich bin Literat und Musiker.“
    So wie der Besuch sagen könnte: „Ich bin Sozialarbeiter, seit soundso vielen Jahren angestellt bei der Einrichtung soundso.“
    Das Problem ist nur, dass meine „Berufsbezeichnung“ zumindest überrascht. Und folglich werde ich zu Beweisen gezwungen sein. Natürlich kommt dann auch schnell die Frage, ob ich damit Geld verdiene. Und schließlich verlangt eine durchschnittliche Allgemeinbildung nicht, den Unterschied zwischen einem „Literaten“ und einem „Autoren“ zu kennen.
    Denn wie Du schreibst: „… und ein messerscharfer Verstand, der spielend leicht die Gesellschaft seziert“, gehört für mich zum Literatentum. Als Hobby habe ich es nie gesehen.
    Tja, da ich aber sonst nichts ernsthaft mache, außer Hausmannn zu sein, falle ich mal wieder mit der Definition meiner Berufung auf. Wenn man sonst keine Probleme hat … 😉

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  2. Ich tu mich unglaublich schwer damit, mich selber als Autorin zu bezeichnen. Ob das daran liegt, dass ich mich selber nicht ernst genug nehme? Oder daran, dass ich Sorge habe, von anderen nicht ernst genommen zu werden? Das weiß ich nicht genau.
    Eine Autorin ist in meinem Verständnis jemand, der schreibt und vielleicht auch schon etwas veröffentlicht hat. Was bedeuten müsste, dass ich mich problemlos Autorin nennen kann, denn ich HABE veröffentlicht – allerdings „nur“ Kurzgeschichten und keine ganzen Romane. Muss ich also erst einen Roman bei einem Verlag unterbringen, um mich selber guten Gewissens Autorin nennen zu können?
    Es ärgert mich selber, dass ich mich in dieser Hinsicht so kleinrede. Meistens weiche ich auf „Hobby-Autorin“ aus, schließlich ist das Schreiben ein Hobby und nicht mein Brotjob. Auf die Frage „Was machst du beruflich?“ antworte ich, ohne zu zögern: „Ich bin Krankenschwester“, nicht: „Ich bin Krankenschwester und schreibe nebenbei Geschichten“. Ist es also eine Frage des Geldverdienens? Bin ich dann erst Autorin, wenn ich mit meinen Geschichten etwas einnehme? Aber eine Autorin ist man doch schon, wenn man diese Geschichten schreibt und nicht erst, wenn man Bestseller in den Regalen stehen hat.

    Ja, ich bin Autorin. Aber nicht hauptberuflich – eigentlich gar nicht beruflich – sondern aus reiner Freude am Schreiben. Hobby-Autorin. Das klingt nicht ganz so ernst und trifft mein Lebensgefühl eher. Andererseits hört es sich auch an, als würde ich das Schreiben nicht ernst nehmen, was überhaupt nicht stimmt. Dennoch werde ich wohl bei dieser Bezeichnung bleiben, bis ich das Gefühl habe, in die „Autorin“ hineingewachsen zu sein.

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    1. In deiner Beschreibung finde ich mich sehr gut wieder…
      So, wie ich dich lese bedeutet dir das schreiben schon mehr als ein paar Socken zu stricken 😉 Hobby-Autorin klingt finde ich oftmals so, als würde man es einfach nebenbei machen, damit die Zeit rum geht, doch das ist glaube ich mein allgemeines Problem mit diesem Begriff. Hobby klingt so profan, dabei ist es doch eine Leidenschaft.
      Aber Autorin ist eben ein großes Wort und mir fällt es schwer, diesen Mut aufzubringen.

      Liebe Grüße!

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  3. Ein Autor zu sein, davon bin ich weit entfernt. – Ich schreibe nach wie vor zunächst für mich, zur eigenen Selbstverständigung. Dass es inzwischen ein paar Menschen gibt, die mir dabei folgen, dass ich mich auch über manches Echo von ihnen freue, dass ich mutiger geworden bin, auch lyrisch und essayistisch zu schreiben, das alles geschieht doch in einem so kleinen Rahmen, dass das Wort „Autor“ ein unangemessenes, ein anmaßendes wäre, würde ich es für mich verwenden oder gar reklamieren.

    Was ich bin, ist das: Ein Schreiberlein, das auf der Suche bleiben wird bis ans Ende seiner Tage, das auch deshalb schreibt, weil es sonst tatsächlich unbegabt ist: wäre es als Oktopus geboren, hätte es heute acht linke Hände. – So, als Mensch, hat es zwar anatomisch gesehen nur eine, aber die andere ist irgendwie als Schreiberhändchen geboren worden. Was alles sonst betrifft, ist es mit der anderen sehr verwandt – die Verwandtschaft nennt man auch linkisch (sic!) …

    Ganz liebe Grüße an Dich, liebes Lunchen! 💗🌻

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    1. Ich verstehe deinen Gedankengang.
      Doch du weißt, wie sehr ich deine Fähigkeit zu schreiben bewundere. Ich habe wenig gelesen, das so viel leises Gefühl transportiert, wie deine Zeilen stets!
      Habe einen angenehmen Abend und morgen einen schönen Tag. Ich Wünsche dir, dass dir ein unverhofftes Lächeln begegnet! Falls nicht, dann sei dir gewiss, dass ich dir eines sende. So wie jetzt. Liebe Grüße!

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      1. Du hast ein unglaublich liebes Herz und ein wunderschönes Lächeln – ich danke Dir für beides. Dein Lächeln nehme ich morgen mit, habe am Abend eine für mich nicht einfache Bewährungsprobe zu bestehen … – Dir auch wieder liebe Grüße❣

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