Kürzestgeschichte: Ein Ende

Ich sollte weinen. Etwas in mir sagt, dass es mehr als angemessen sei. Sogar verpflichtend. Mein Zögern rührt wohl daher, dass ich es bereits ahnte. Damit meine ich nicht, dass ich ahnte, was mit dir los ist oder dass es für dich bald so weit sein würde. Ich bin nur einfach nicht überrascht. Ich rufe mir bereits jetzt alle Erinnerungen ins Gedächtnis, die wir miteinander … Kürzestgeschichte: Ein Ende weiterlesen

Textschnipsel: Ding-Dong

Das Öffnen der Haustür befördert ihm einen Schwall mit hoher Luftfeuchte gesättigter Luft entgegen. Warm ist sie und von süßlichen Düften durchzogen. Die Frau, die folgt, ganz losgelöst. Ihre Haut augenscheinlich noch weich von heißem Wasser und geschmeidig vom Auftragen diverser Cremes. Haare, die sich nass und kraus in alle Richtungen recken, wie erwachende Schlangen, vom Handtuch zu Leben gerubbelt. Ihre Wangen sind gerötet, doch … Textschnipsel: Ding-Dong weiterlesen

Kürzestgeschichte: Kein Rucksack

Sie schauen alle angestrengt zu ihren Füßen. Oder auf ihr Handy, dass sie schnell aus der Tasche gezogen haben. Es fällt ihnen sehr schwer, denn sie sind alle nervös, zucken bei jedem Schrei zusammen. Dennoch weiter Füße. Oder Handy. Oder Fenster, Sitzkissen, Armbanduhr, was auch immer. Hauptsache nicht den Kopf drehen und zu ihm starren. Es tut ein bisschen in den Ohren weh, ja, in … Kürzestgeschichte: Kein Rucksack weiterlesen

Kürzestgeschichte: Filmreif

Wäre dies der Anfang eines Filmes, so blickten wir wohl von oben auf das Geschehen. Vogelperspektive oder so. Man sähe eine Person schmächtiger Statur, auf einem ranzigen Ledersessel sitzend, zentral im Raum. Keine zwei Meter entfernt: Ein riesiger Fernsehbildschirm, der flackernd das Zimmer mit einem mal kalten, mal warmen Licht übergießt. Thronend hängt er an der Wand, größer als der Wohnzimmertisch, auf dem eine von … Kürzestgeschichte: Filmreif weiterlesen

Kürzestgeschichte: Wie Esel

Wenn ich jetzt gehen würde, du würdest mich nicht aufhalten. Würdest nicht mit verschränkten Armen in der Tür stehen. Würdest mir nicht nachlaufen und hallenden Schrittes meinen Namen durchs Treppenhaus rufen. Du würdest in deinem Sessel sitzen, würdest sagen: „Ja, dann geh doch einfach!“. Nichts könnte deinen Stolz erweichen. Du würdest nur sitzen und dich über meine Sturheit ärgern. Ich hätte die Tür ins Schloss … Kürzestgeschichte: Wie Esel weiterlesen

Kürzestgeschichte: Der Abend, als ich bei mir selbst zu Besuch war

Ich gieße mir Tee ein und frage mich, ob ich denn auch recht gut sitze. Wie die Fahrt war, ob beschwerlich oder mit freier Bahn. Ich neige den Kopf, während ich mir zuhöre. Rühre immerfort den längst aufgelösten Zuckerwürfel in der Tasse um. Ich verliere mich im wirbelnden Strudel der dampfend roten Flüssigkeit. Dann Blicke ich auf und muss sehen, wie sich ein Schatten über … Kürzestgeschichte: Der Abend, als ich bei mir selbst zu Besuch war weiterlesen

Kurzgeschichte: Der Cowboy, der auf einem Elefanten über den Mars reitet

„Ein Hauch von Nichts“ Das passiert, wenn mein Freund denkt, und ich schreibe… Ich setz mich neben meinen Freund und sage geknickt, dass was fehlt. Dass ich bei meinem Roman doch nicht weiter komme, dass da Zweifel sind, dass mein Kopf nix her gibt. Und das dadurch meine Tage so seltsam werden und ich spüre, wie eine Blüte in mir verwelkt. „Na dann setz dich … Kurzgeschichte: Der Cowboy, der auf einem Elefanten über den Mars reitet weiterlesen

Kürzestgeschichte: Dieser Satz

Ein Satz kann es alles ändern. Ich kann dich ansehen und diesen Satz sagen, der so absurd in meinem Kopf klingt. Wie etwas, dass ich nie sagen könnte. Dass nie in diese Welt passen würde. Dabei sind es nur Laute, die mich verlassen. Wenn ich diesen einen Satz sage, regungslos dastehend, die Zeit rücksichtslos weiter laufend und doch für mich, für uns beide ins Stocken … Kürzestgeschichte: Dieser Satz weiterlesen