Über ewige Jugend und einen schwierigen Traum…

erste sanduhr

Hallo ihr Lieben!

Eigentlich sollte hier ein anderer Beitrag erscheinen… Einer über diesen schwierigen Traum, ein Schriftsteller zu werden… über diese Ohnmacht, die man machmal bei diesem unmöglich erscheinenden Unterfangen verspürt… Weil man weiß, es reicht eben nicht, einfach nur ein Buch zu schreiben, es reicht nicht, gut zu sein… Man muss einfach Glück haben. Und das lässt sich leider so verdammt schwer berechnen.

Doch in jedem Fall ist es schonmal keine schlechte Vorraussetzung, wenn man ein gewisses Können erreicht hat. Deswegen werde ich nun eben nicht über dieses Verzweifeln beim Träumen schreiben, vielleicht aber auch doch. Denn irgendwie ist alles miteinander verwoben und kein Gedanke existiert ohne den Anderen, alles gehört einem Konstrukt an. Also hier nun ein Beitrag über die ewige Jugend und den kräftezehrenden Traum, eine Schriftstellerin zu werden, die von dem leben kann, was sie tut.

Mir ist ein Satz aus einem der vielen Autoren-Interviews hängen geblieben, die ich periodisch bis zum umfallen schaue. Ich kann euch leider nicht mehr genau sagen, welcher Autor es gewesen sein könnte, der diesen Satz sagte, nehme aber sehr stark an, es ist Daniel Kehlmann oder Neil Gaiman gewesen… Kann mich aber auch ganz grundlegend irren^^
Zumindest sprach der Herr davon, dass man als Autor eine fürchterliche Jugend hat, weil man einfach immer unzufrieden ist. Man hat diesen großen Traum (ihr seht, so weit entfernt voneinander sind die Themen nicht^^), man weiß ganz genau, wo man hin will, was man können will… Und dann schaut man auf das, was man produziert, und… naja… wie soll ich sagen… Bescheiden ist doch sehr milde ausgedrückt für das, was da auf dem Papier steht. Wohl nur die wenigsten können das Geschick einer Françoise Sagan vorweisen, die im zarten Alter von 18 Jahren innerhalb weniger Wochen einfach mal so einen Bestseller zusammenschrieb. Und auch hier muss man wohl die Hand des Glücks eingestehen, denn auch, wenn der Roman an ihrem Alter gemessen in jedem Fall eine unglaubliche Leistung ist, so trug doch vor Allem das engstirnige Weltbild der damaligen Zeit zu einem kleinen Skandal bei und so ein Skandal ist bekanntermaßen immer gute Werbung…
Das meißte also, was man in seiner Jugend schreibt, ist ganz objektiv betrachtet schlecht. Versteht mich nicht falsch, jeder dieser Texte hat seine Berechtigung, sein Potential, sogar seine Schönheit und seinen Zauber, doch an weiter gefassten Maßstäben würde man scheitern. Und das weiß man. Oder aber man schafft es, sein Werk zu mögen. Doch sobald man sich die Texte eines vorangegangenen Jahres zur Hand nimmt, erkennt man schnell, dass man (hoffentlich) eine ordentliche Entwicklung durchlaufen hat und kann sich ein schmunzeln über die damaligen Unfähigkeiten der einst so geschätzten Meisterwerke nicht verkneifen. Was einem wiederum selbst im verklärtesten Weltbild letztendlich auf den Gedanken stößt, dass selbst die Texte, die man gerade schreibt, einige unsichtare Tücken in sich bergen.
Sprich: Man verschwendet seine Jugend damit, zu schreiben (oder noch schlimmer: in zutiefst melodramatischen Schreibblockaden zu vergehen und sein gesamtes Leben und Schaffen als sinnlos zu befinden) und das eigene Unvermögen noch nicht einmal erahnen zu können. Man ist permanent auf der Suche, sich zu verbessern, doch all das läuft fürchterlich schleppend voran. Was zu einem Zeitparadox führt: Einerseits vergeht die Zeit unvorstellbar langsam, Vortschritt ist kaum erkennbar, während sie gleichzeitig nur so davon rast… man wird immer älter und so wirklich meisterhaft wird das, was man schreibt, immer noch nicht… Klasse!

Versteht mich nicht falsch, ich will hier nicht beklagen, dass ich ein schreckliches Leben hatte. Im Gegenteil: eine liebende Familie, klasse Freunde, alles supi. Klar, man hatte seine Problemchen, aber im Endeffekt haben die das auch nur ineressant gemacht^^ Doch ich war eben so ein Jugendlicher, der eine eher ruhige Jugend hatte, der eben viel Zeit allein verbrachte, beim Lesen oder Schreiben. Während andere vielleicht auf vielen Partys waren und sich ihr ganzes Leben lang an diese wilde Zeit mit Wehmut erinnern werden, hatte ich zwar auch eine schöne Zeit, doch hatte auf eine gewisse Art und Weise immer den Wunsch, endlich erwachsen zu sein. Was übersetzt bedeutet: Endlich schreiben zu können. Endlich diese quälende Zeit des Lernens, des Schlechtseins überwunden zu haben.

Und das ist nun der Punkt – ich bin Zwanzig, ich schreibe einen Roman, habe eine Geschichte, die ich absolut Liebe und die wirklich Potential hat.  Aber ich weiß, ich werde immer noch nicht gut sein. Wenn irgendwann dieser Roman fertig ist, dann wird er mein erster Roman sein, doch er wird auch schlecht sein. Das soll nun nicht pessimistisch klingen, ich lasse mich auf jeden Fall überraschen und vor allem werde ich auch mein Glück in der Veröffentlicheung suchen, doch ich mache mich einfach darauf gefasst, dass es noch nicht reichen wird.
Und auch, wenn es nur dieses eine beschissene kleine Wort ist, aber es muss mir genug Kraft geben, mich zu motivieren: Noch. Ich muss daran glauben, dass ich besser werde. Und ich glaube auch daran.
Also werde ich weiter schreiben.
Hoffe, dass ich diese verfluchte Zeit austrickse, dass ich mich nicht von ihr unterkriegen lasse. Dass ich irgendwann diese ewig scheinende Jugend überwunden habe und etwas zustande bringe, dass wirklich überzeugen kann.
Hoffe, dass mich nie die Kraft verlässt, an meinen Traum zu glauben.

Und ich hoffe, nicht der Einzige auf der Welt zu sein, der dem Ganzen so ungeduldig entgegen blickt…. Wie ist / war das bei euch?

Ganz liebe Grüße
von eurer Luna ❤

 

Bildquelle: https://zealtattooworks.de/sketchbook/
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4 Antworten auf „Über ewige Jugend und einen schwierigen Traum…

  1. kenn ich – kenn ich – kenn ich alles! Und man weiß schon genau, dass man auf den jetzigen Roman blicken wird und sich dann den Kopf darüber zerbricht, was man hätte besser machen können. Wie eine Endlosschleife aus eigener Unzufriedenheit. Ich glaube allerdings, dass es so auch Bestsellerautoren geht. Irgendwann erreicht man zwar ein Level, an dem ein Roman textlich immer eine Veröffentlichung schaffen kann, doch die Unzufriedenheit wird bleiben.
    Vielleicht ist aber auch genau das wichtig, um uns immer wieder daran zu erinnern, für unser Ziel alles zu geben und besser werden zu wollen. Die Zeit steht schließlich nie still und ein Stück ewiger Jugend schadet dann sicher nicht 🙂

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    1. Da hast du recht, ich denke auch, absolut zufrieden wird man nie sein – warum sollte man sonst auch weiter schreiben? Man versucht sich ja schließlich jedes Mal aufs Neue zu toppen und endlich DEN Roman zu schreiben 😉 ^^
      Und ja, irgendwann wird der Moment kommen, wo man sich all diese Zeit nochmal wünscht, weil man eben plötzlich doch ganz schnell 50 geworden ist! Da wäre ein bisschen Jugend nicht schlecht…^^ Zumal man sich die Jugend im Geist sowieso immer behalten sollte,wie ich denke 🙂

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  2. Diese Selbstzweifel kenne ich total! Während ich schreibe oder meinen Roman plane habe ich immer im Hinterkopf: Was wenn das nicht gut genug ist? Wer wird das schon lesen? Ist das nicht langweilig? Deshalb versuche ich eben so lange daran weiterzuarbeiten, bis ich halbwegs zufrieden bin (hoffentlich wird das je geschehen ;)). Und wenn’s mit diesem ersten Roman nix wird, dann wird der nächste bestimmt besser! 🙂 Irgendwann wird es sich schon auszahlen, dass wir so viel Energie ins Schreiben stecken. Ich denke mir immer: Was, wenn ich jetzt aufgebe, aber das nächste, was ich schreibe, wäre der absolute Bestseller geworden? Also gib nicht auf! 🙂

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    1. Ja, diesen Gedanken habe ich auch! Was ist, wenn man aufgibt, obwohl man vielleicht doch das Zeug dazu gehabt hätte?! Wir werden wohl alle einfach durchhalten müssen 😉

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